Die Größe der Pyramiden von Gizeh: alle Maße im Überblick

146,6 Meter hoch, 230,3 Meter Grundseite, 5,3 Hektar Grundfläche. Alle Maße der drei Bauwerke, wie genau sie bekannt sind und was daran gerechnet ist.

Wie groß ist die größte Pyramide von Gizeh? Die kurze Antwort lautet: 146,6 Meter hoch, 230,3 Meter Grundseite, rund 5,3 Hektar Grundfläche.

Die längere Antwort ist interessanter, weil sie erklärt, warum verschiedene Quellen leicht unterschiedliche Zahlen nennen und welche dieser Zahlen überhaupt gemessen sind. Denn ein erheblicher Teil der geläufigen Angaben ist nicht gemessen, sondern gerechnet.

Gemessen werden kann, was da ist: die heutige Höhe, die Grundseiten, die Winkel an den Ecken. Berechnet werden muss alles, was fehlt: die ursprüngliche Höhe, denn die Spitze ist weg, das Volumen, denn es hängt an der ursprünglichen Höhe, und die Masse, denn sie hängt am Volumen und an einer angenommenen Dichte.

Diese Kette ist der Grund für die Abweichungen. Eine kleine Unsicherheit in der rekonstruierten Höhe pflanzt sich in das Volumen fort und von dort in die Masse. Am Ende steht eine Angabe in Millionen Tonnen, die auf einer Annahme über einen fehlenden Abschlussstein beruht.

Ein weiterer Grund für abweichende Angaben ist die Bezugsgröße. Manche Quellen nennen die Höhe ab dem heutigen Bodenniveau, andere ab der ursprünglichen Grundplatte, die stellenweise unter Sand liegt. Bei der Grundseite wird teils die Kante der Verkleidung gemessen, teils die des heute sichtbaren Kernmauerwerks, und dazwischen liegt gut ein Meter. Wer zwei Zahlen vergleicht, muss deshalb zuerst prüfen, worauf sie sich beziehen.

Diese Seite gibt die Zahlen für alle drei Bauwerke und sagt bei jeder dazu, wie sie zustande kommt.

Höhe ursprünglich, größte Pyramide
146,6 m, berechnet
Höhe heute
rund 138,8 m, gemessen
Grundseite
rund 230,3 m, gemessen
Grundfläche
rund 5,3 Hektar, entspricht etwa sieben Fußballfeldern
Neigung
51 Grad 50 Minuten, aus Grundseite und Höhe abgeleitet
Volumen
rund 2,6 Mio. m³, berechnet
Masse
knapp 6 Mio. Tonnen, geschätzt

Besser vermessen als die meisten Neubauten

Die Abmessungen der Cheops-Pyramide sind besser bekannt als die der meisten modernen Bauwerke, und das liegt an einer über hundertjährigen Vermessungsgeschichte.

Die erste Vermessung nach heutigen Maßstäben stammt aus den frühen 1880er Jahren. Sie ergab für die Grundseite 230,3475 Meter, mit einer angegebenen Fehlerspanne von drei Zentimetern. Spätere Aufnahmen im 20. Jahrhundert bestätigten das und verfeinerten es weiter; heute wird die Grundseite mit rund 230,33 Metern angegeben, bei einer Unsicherheit im Bereich von gut einem Zentimeter.

Man sollte sich klarmachen, was das bedeutet. Über eine Länge von zweihundertdreißig Metern weichen die vier Seiten um wenige Zentimeter voneinander ab. Das ist eine Genauigkeit von unter einem Zehntelpromille, erreicht mit Messschnüren, Loten und Sichtlinien.

Diese Präzision ist auch der Grund, warum die Bauwerke bis heute vermessen werden. Eine mathematische Untersuchung des Entwurfs rechnet durch, welche einfachen Verhältnisse den Maßen zugrunde liegen könnten, und solche Arbeiten sind nur möglich, weil die Ausgangswerte so genau sind.

Bemerkenswert ist der Kontrast zur Höhe. Die Grundseite lässt sich messen, weil sie da ist. Die ursprüngliche Höhe lässt sich nicht messen, weil die obersten Lagen fehlen; sie wird aus Grundseite und Neigung zurückgerechnet. Damit ist ausgerechnet die berühmteste Zahl dieses Bauwerks die am wenigsten direkte, und die unscheinbarste, die Grundseite, die belastbarste.

Für die beiden Nachbarbauten gilt Ähnliches, wenn auch mit etwas größeren Toleranzen. Auch dort liegen die Abweichungen im Bereich von Zentimetern, nicht von Metern.

GetYourGuide

Halbtagestour zu den Pyramiden von Gizeh und dem Sphinx

★ 4,6(3.680 Bewertungen)
  • Die Größe erschließt sich erst beim Umrunden, nicht aus der Entfernung
  • Ein lizenzierter Guide kennt die Standorte, an denen die Maßstäbe stimmen
  • Plateau-Eintritt, deutschsprachige Führung und Abholung am Hotel sind enthalten
  • Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vor Beginn
Die Basiskante einer Pyramide mit Vermessungsmarke im Vordergrund
Die Grundseite ist auf gut einen Zentimeter genau bekannt. Bei zweihundertdreißig Metern Länge.

Wie breit sind die Pyramiden?

Wie breit sind die Pyramiden von Gizeh, wenn man nicht die Höhe, sondern die Ausdehnung am Boden meint?

Die Grundseite der größten misst rund 230 Meter, die der mittleren rund 215, die der kleinsten etwa 102 auf 105 Meter. Letztere ist damit als Einzige nicht exakt quadratisch, was bei einem unvollendeten Bauwerk nicht überrascht.

Die Grundfläche der Pyramiden von Gizeh ergibt sich daraus durch Quadrieren. Für die größte sind das rund 53.000 Quadratmeter, also gut fünf Hektar oder ungefähr sieben Fußballfelder. Für die mittlere rund 46.000, für die kleinste rund 10.700 Quadratmeter.

Zum Vergleich: Ein Fußballfeld misst rund 7.000 Quadratmeter. Auf die Grundfläche der größten Pyramide passen also gut sieben davon, auf die der mittleren gut sechs und auf die der kleinsten anderthalb. Diese Umrechnung ist nicht ganz sauber, weil ein Fußballfeld rechteckig und eine Pyramidengrundfläche quadratisch ist, aber als Größenvorstellung funktioniert sie.

Diese Zahl ist die anschaulichste von allen, weil sie sich zu Fuß erfahren lässt. Eine Umrundung der größten Pyramide misst gut neunhundert Meter und dauert mit Fotostopps rund zwanzig Minuten. Wer zwei Bauwerke umrundet, ist eine Stunde unterwegs, und das ist auf dem Gelände ohne Schatten eine ernstzunehmende Strecke.

Die amtliche Beschreibung des Bauwerks nennt die geläufigen Maße ebenfalls in gerundeter Form, was zur Beleglage passt: Auf den Zentimeter genau anzugeben ist nur die Grundseite sinnvoll.

Die Höhe im Verhältnis

Meter über Grund

161,5Ulmer Münster
157,4Kölner Dom
146,6Cheops-Pyramide, ursprünglich
138,8Cheops-Pyramide heute
93,0Freiheitsstatue mit Sockel

Die Höhe ist die am wenigsten aussagekräftige Angabe. Kirchtürme sind höher, enthalten aber einen Bruchteil des Materials. Aussagekräftig ist das Volumen.

Volumen und Gewicht sind Schätzungen

Das Volumen der Cheops-Pyramide in Kubikmetern wird meist mit rund 2,6 Millionen angegeben, und diese Zahl verdient eine Erläuterung.

Berechnet wird sie aus Grundfläche und Höhe nach der Formel für eine Pyramide, also ein Drittel mal Grundfläche mal Höhe. Mit 53.000 Quadratmetern und 146,6 Metern ergibt das gut 2,58 Millionen Kubikmeter. Für die mittlere Pyramide liegt der Wert bei rund 2,2 Millionen, für die kleinste bei rund 0,24 Millionen.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens beruht die Rechnung auf der rekonstruierten ursprünglichen Höhe, nicht auf der heutigen. Zweitens ist das Bauwerk kein reiner Steinkörper: Im untersten Bereich steckt ein natürlicher Felskern, der nie abgetragen wurde und dessen Umfang niemand kennt. Das tatsächlich verbaute Volumen liegt also unter dem berechneten, und um wie viel, ist offen.

Beim Gewicht der Pyramiden von Gizeh kommt eine dritte Unsicherheit hinzu. Aus dem Volumen wird die Masse über die Dichte des Gesteins geschätzt, und Kalkstein schwankt darin erheblich. Die verbreitete Angabe von knapp sechs Millionen Tonnen für das größte Bauwerk ist deshalb eine Größenordnung, keine Messung. Gewogen wurde nie etwas.

Dieselbe Vorsicht gilt für die verbreitete Angabe von 2,3 Millionen Blöcken. Auch sie ist gerechnet, und zwar aus dem geschätzten Volumen geteilt durch ein angenommenes mittleres Blockvolumen. Da die Blöcke in ihren Maßen erheblich schwanken und der Felskern das Gesamtvolumen verringert, kann die tatsächliche Zahl deutlich darunter liegen. Gezählt hat sie niemand.

Wer eine dieser Zahlen weitergibt, sollte sie deshalb runden. Eine Angabe wie 5.955.000 Tonnen suggeriert eine Genauigkeit, die es nicht gibt.

GetYourGuide

Plateau-Eintritt als QR-Code auf dem Handy

Für das Umrunden der Bauwerke und die Wege zwischen ihnen genügt das Basisticket. Nur die Innenräume kosten extra.

ab 14 €
Ansehen
Menschen als Größenvergleich am Fuß einer Pyramidenflanke
Erst mit Menschen im Bild stimmt der Maßstab. Die untersten Blöcke sind etwa hüfthoch.

Warum Maße keine Größe vermitteln

Zum Schluss der Punkt, an dem Maße im Alltag scheitern: Sie vermitteln keine Größe.

Hundertsechsundvierzig Meter sind eine Zahl, die jeder lesen und niemand fühlen kann. Auch der Vergleich mit einem Kirchturm hilft nur begrenzt, denn ein Turm ist schlank und eine Pyramide ist massiv. Was den Unterschied ausmacht, ist nicht die Höhe, sondern die Fläche, auf der diese Höhe steht.

Vor Ort funktioniert deshalb ein anderer Zugang. Stellen Sie sich an eine Ecke und schauen Sie die Kante entlang. Sie verliert sich nach zweihundertdreißig Metern, und in dieser Strecke steckt die eigentliche Information. Danach schauen Sie an derselben Ecke nach oben: Die Lagen werden nach oben kleiner, und die obersten sind mit bloßem Auge kaum noch zu unterscheiden.

Auch die Entfernungen auf dem Gelände gehören zur Größenfrage. Zwischen der größten und der kleinsten Pyramide liegen gut siebenhundert Meter Luftlinie, und der Weg dorthin führt über unbefestigten Untergrund. Wer alle drei Bauwerke umrunden und dazwischen laufen will, kommt auf mehrere Kilometer. Das ist der Grund, warum es auf dem Gelände einen Shuttlebetrieb gibt, und es erklärt zugleich, warum Fotos die Abstände regelmäßig unterschätzen lassen.

Der zweite brauchbare Zugang ist der eigene Körper. Die untersten Steinlagen reichen einem erwachsenen Menschen etwa bis zur Hüfte, teils höher. Es sind rund zweihundert solcher Lagen übereinander. Diese Rechnung lässt sich im Kopf machen, und sie funktioniert besser als jede Meterangabe.

Ein letzter Hinweis für alle, die Zahlen weitergeben: Nennen Sie immer, worauf sie sich beziehen. Die Angabe 146,6 Meter ohne den Zusatz „ursprünglich\“ ist irreführend, weil das Bauwerk diese Höhe seit Jahrhunderten nicht mehr hat. Dasselbe gilt für Volumen und Masse, die ohne den Hinweis auf ihre Herleitung nach Messwerten aussehen. Diese Zusätze kosten drei Wörter und verhindern die Hälfte der kursierenden Missverständnisse.

Geschützt ist die gesamte Fläche seit 1979 als Welterbe, eingetragen als zusammenhängende Landschaft von Gizeh bis Dahschur.

Die Maße auf Ihren Maßstab umrechnen

Wie oft das hineinpasst

Die Grundfläche ist gemessen, das Volumen berechnet. Ergebnisse zum Volumen sind entsprechend Näherungen.

Häufige Fragen

Wie groß ist die Cheops-Pyramide?

Ursprünglich 146,6 Meter hoch bei einer Grundseite von rund 230,3 Metern, heute rund 138,8 Meter. Die Grundfläche beträgt etwa 5,3 Hektar.

Welche Angaben sind gemessen?

Die heutige Höhe, die Grundseiten und die Winkel. Ursprüngliche Höhe, Volumen und Masse sind daraus berechnet oder geschätzt.

Warum nennen Quellen unterschiedliche Zahlen?

Weil sie unterschiedliche Ausgangswerte und Rundungen verwenden. Bei der Grundseite liegen die Unterschiede im Zentimeterbereich, bei der Masse in hunderttausenden Tonnen.

Wie lange dauert eine Umrundung?

Die größte Pyramide hat einen Umfang von gut neunhundert Metern. Mit Fotostopps sind das etwa zwanzig Minuten, ohne Schatten.

Wie schwer sind die einzelnen Blöcke?

Im Mittel etwa zweieinhalb Tonnen. Einzelne Stücke wiegen deutlich mehr, die Granitbalken über der Grabkammer mehrere Dutzend Tonnen.

GetYourGuide

Tagestour zum Großen Ägyptischen Museum und zum Plateau

★ 4,7(4.062 Bewertungen)
  • Im Museum machen Modelle und Fundstücke die Maßstäbe nachvollziehbar
  • Plateau und Museum an einem Tag, ohne zwei Anfahrten selbst zu organisieren
  • Eintritte, deutschsprachige Führung, Abholung und Mittagessen sind enthalten
  • Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vor Beginn