Der Pizza Hut an den Pyramiden von Gizeh ist vermutlich die bekannteste Filiale einer Schnellrestaurantkette auf der Welt, und das aus einem einzigen Grund: Von ihrer Dachterrasse aus sieht man den Sphinx.
Über diese Lage wird gern gespottet, und wer das tut, verkennt etwas. Wenn Sie einen ganzen Vormittag auf schattenlosem Sand hinter sich haben, ist ein klimatisierter Raum mit sauberer Toilette, kaltem Getränk und genau diesem Ausblick keine Pointe, sondern eine gute Idee. Kosten tut der Blick nichts außer dem Preis eines Getränks.
Damit ist das Grundmuster dieser Seite auch schon benannt. Lokale mit Blick auf das Plateau lassen sich nicht sinnvoll nach Küche oder Preis ordnen, sondern nach ihrer Lage zum Zaun. Diese eine Frage entscheidet über alles Weitere: ob Sie ein Eintrittsticket brauchen, wann geschlossen wird, wie weit der Blick reicht und ob Sie reservieren müssen.
Es gibt drei Gruppen. Innerhalb des Geländes, unmittelbar an den Toren, und weiter draußen mit Abendbetrieb. Die Reihenfolge in diesem Text folgt genau dieser Ordnung.
Die drei Gruppen im Überblick
Die Lage zum Zaun entscheidet über Ticket, Öffnungszeit und Blick. Der Rest ist Geschmackssache.
| Gruppe | Ticket nötig | Geöffnet | Der Blick | Reservierung |
|---|---|---|---|---|
| Auf dem Gelände | Plateau-Eintritt | Zu den Zeiten des Geländes, teils abends | Frei und nah, ohne Häuser im Bild | In der Regel ja |
| Unmittelbar am Tor | Keines | Lange, teils bis in die Nacht | Über Straßen und Dächer hinweg | Nein |
| Weiter draußen und Hotels | Keines | Abendbetrieb üblich | Weit, dafür entfernter | Ja, besonders abends |
- Ticket nötig
- Plateau-Eintritt
- Geöffnet
- Zu den Zeiten des Geländes, teils abends
- Der Blick
- Frei und nah, ohne Häuser im Bild
- Reservierung
- In der Regel ja
- Ticket nötig
- Keines
- Geöffnet
- Lange, teils bis in die Nacht
- Der Blick
- Über Straßen und Dächer hinweg
- Reservierung
- Nein
- Ticket nötig
- Keines
- Geöffnet
- Abendbetrieb üblich
- Der Blick
- Weit, dafür entfernter
- Reservierung
- Ja, besonders abends
Für alle drei gilt dieselbe Einschränkung: Blickrichtung ist Ost nach West. Wer die Bauwerke angestrahlt sehen will, sitzt östlich; wer sie als Silhouette will, muss ohnehin auf das Gelände.
Auf dem Gelände selbst
Auf dem Gelände selbst gab es jahrzehntelang nichts, und das hat sich in den letzten Jahren gründlich geändert.
Den Anfang machte die 9 Pyramids Lounge in Gizeh, das erste Restaurant, das je auf dem Plateau eröffnet wurde. Es liegt auf dem Dünenrücken im Süden, dort, wo je nach Zählweise bis zu neun Bauwerke gleichzeitig zu sehen sind, und daher kommt der Name. Ein Besuchsbericht kurz nach der Eröffnung beschreibt ägyptische Küche, Beduinensitzgruppen und einen Blick, den kein anderes Lokal des Landes bietet. Geöffnet ist tagsüber, im Rhythmus des Geländes. Reserviert werden sollte vorher, und der Zugang läuft über die Sicherheitskontrolle des Plateaus.
Dass es so lange gedauert hat, ist kein Zufall. Jahrzehntelang galt auf dem Gelände die ungeschriebene Regel, dass eine Grabungsstätte kein Gastronomiestandort ist. Wer etwas essen wollte, brachte es in einer Tüte mit oder ging hinaus. Die Öffnung für Gastronomie gehört zur selben Neuordnung, die auch Fahrverbot, Shuttle und Besucherzentrum gebracht hat. Sie ist damit ein Politikwechsel und nicht bloß ein neues Lokal, und genau daran entzündet sich auch die Kritik: Wer eine Welterbestätte gastronomisch erschließt, muss sich fragen lassen, wie weit das gehen soll.
Dazu gekommen ist inzwischen ein ganzer Komplex am Fuß der größten Pyramide, mit mehreren Häusern unterschiedlicher Ausrichtung, von der gehobenen Küche bis zum Café. Er ist der Grund, warum es überhaupt möglich ist, nach Einbruch der Dunkelheit auf dem Gelände zu sein: Der Komplex öffnet auch abends, mit Zubringer vom Besucherzentrum und beleuchtetem Weg.
Für beide gilt dieselbe Bedingung, und sie wird gern übersehen: Sie brauchen ein gültiges Ticket für das Gelände. Ein Restaurantbesuch ersetzt den Eintritt nicht, und die amtliche Übersicht kennt keine Ausnahme für Gäste. Wer abends essen gehen will, löst also tagsüber oder vorab eine Karte.





Eintrittskarte für das Gelände als QR-Code
- Voraussetzung für jedes Lokal auf dem Gelände, auch für einen reinen Restaurantbesuch
- Der Code liegt auf dem Handy, ohne Ausdruck und ohne Anstehen an der Kasse
- Gilt einen Tag und deckt die Fläche ab; Innenräume sind nicht enthalten
- Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vor dem gewählten Tag
Direkt vor den Toren
Die zweite Gruppe steht unmittelbar vor den Toren, und sie ist die praktischste, weil sie nichts voraussetzt.
Das bekannteste Haus liegt am Platz vor dem östlichen Tor, gegenüber dem Sphinx. Im Erdgeschoss sitzt ein KFC an den Pyramiden von Gizeh, eine Etage darüber die Pizzakette, und ganz oben liegt eine Dachterrasse mit dem Blick, für den die Adresse berühmt ist: der Sphinx im Vordergrund, dahinter die Bauwerke. Sie zahlen ein Getränk und bekommen Klimaanlage, Sitzplatz und Toilette dazu. Für einen Vormittag auf dem Gelände ist das eine sinnvolle Schlusspause und keine Kapitulation vor dem Geschmack.
Etwas weiter nördlich, entlang der Pyramidenstraße, liegen mehrere Filialen der Hamburgerkette. Wer nach einem McDonald's an den Pyramiden von Gizeh sucht, findet mehrere Adressen, von denen eine direkt in Höhe des Geländes liegt. Der Blick ist dort schlechter als am Sphinxplatz, weil Straße und Bebauung dazwischenstehen, und der Wert dieser Häuser liegt eher in Klimaanlage und Toilette als in der Aussicht.
Zur zweiten Gruppe gehört streng genommen auch das historische Hotel am nordöstlichen Rand, das älteste Haus dieser Art überhaupt. Sein Restaurant blickt über den eigenen Garten hinweg auf die Bauwerke, ohne Straße dazwischen, und liefert damit die eleganteste Fassung dieses Blicks außerhalb des Zauns. Es liegt allerdings am früheren Haupteingang, der als solcher geschlossen ist. Der Weg dorthin ist deshalb heute weniger selbstverständlich als früher, und wer ohnehin am neuen Tor im Südwesten ankommt, hat ihn quer über das gesamte Gelände vor sich.
Zwei Dinge sollte man zu dieser Gruppe wissen. Erstens ist die Terrasse am Sphinxplatz abends ein Zuschauerplatz: Die Ton- und Lichtshow findet unmittelbar gegenüber statt, und Teile davon lassen sich von dort aus sehen, ohne eine Eintrittskarte für die Vorstellung zu haben. Zweitens sind diese Lokale kein Geheimtipp, sondern voll, besonders zwischen elf und drei, wenn die Gruppen von ihrer Runde zurückkommen.

Die Dachterrassen im Viertel
Die dritte Gruppe liegt weiter draußen und spielt in einer anderen Liga, jedenfalls beim Preis und beim Abend.
Gemeint sind die Dachterrassen der Pensionen und Hotels im Viertel östlich der Umzäunung sowie einzelne Häuser mit eigenem Abendbetrieb. Ein Restaurant mit Pyramidenblick dieser Art verkauft weniger die Küche als die Terrasse: Sie sitzen erhöht, sehen über die Dächer hinweg auf die angestrahlten Bauwerke und sind an keine Öffnungszeit des Geländes gebunden.
Genau darin liegt der Unterschied zur ersten Gruppe. Das Gelände schließt am späten Nachmittag, die Lokale außerhalb nicht. Wer die Bauwerke im Dunkeln sehen will, hat hier die verlässlichste Möglichkeit, weil sie nicht vom Spielplan der Abendvorstellung abhängt.
Eine Einschränkung gehört dazu, und sie betrifft alle drei Gruppen: Die Beleuchtung der Bauwerke gehört zur Abendvorstellung. Wird nicht gespielt, bleiben sie dunkel, und dann sitzen Sie mit gutem Blick vor einer schwarzen Fläche. Wer den Abend darauf ausrichtet, fragt am selben Tag nach, ob gespielt wird.
Wer eine Terrasse aussucht, sollte außerdem auf etwas achten, das die Bilder verschweigen: die Etage. Zwei Stockwerke Unterschied entscheiden darüber, ob Sie über die Nachbardächer hinwegsehen oder gegen eine Hauswand. Auf Fotos ist das nie zu erkennen, weil sie vom jeweils besten Platz aus entstanden sind. Fragen Sie im Zweifel nach, in welchem Stockwerk die Terrasse liegt.
Und noch etwas, das die Auswahl erleichtert: Der Blick von außen zeigt immer die Ostseite, also die Stadtseite. Die Bauwerke stehen dabei hinter Häusern, Leitungen und Straßen. Das ist die ehrliche Ansicht dieses Ortes, nur eben nicht die aus dem Bildband.





Abendessen mit Blick auf das beleuchtete Gelände
- Vier Stunden auf einer Dachterrasse mit Blick auf die angestrahlten Bauwerke
- Abholung an der Unterkunft ist enthalten, was den Rückweg am Abend löst
- Deutschsprachige Betreuung vor Ort, unabhängig vom Spielplan der Abendvorstellung
- Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vor Beginn
Die Abendvorstellung von der Dachterrasse
Vom Platz vor dem östlichen Tor aus liegt die Tribüne der Ton- und Lichtshow in Sichtweite. Von den oberen Etagen der dortigen Lokale lassen sich Teile der Vorstellung verfolgen, ohne eine Karte dafür zu lösen. Der Ton fehlt, der Blickwinkel ist ein anderer als von der Tribüne, und wenn nicht gespielt wird, gibt es auch nichts zu sehen. Als Ergänzung zu einem ohnehin geplanten Abend ist es trotzdem ein guter Platz.
Häuser mit eigener Dachterrasse. Viele Pensionen im Viertel am Sphinx betreiben eine Dachterrasse, die auch Gästen von außerhalb offensteht. Wer dort übernachtet, hat den Abendblick ohne Anfahrt und am nächsten Morgen den kurzen Weg zum Tor. Drei Häuser, die das abdecken:
Am SphinxGiza Pyramids View Inn
- Gutes Frühstück
- Flughafenshuttle
- Zwei Restaurants
- 24-Stunden-Rezeption
- Kostenloses WLAN
Wer den Sphinx aus dem Frühstücksstuhl sehen will
MeistbewertetGreat Pyramid Inn
- Fabelhaftes Frühstück
- Dachterrassen-Restaurant
- Bar
- Flughafenshuttle
- 24-Stunden-Rezeption
Die meisten, die im Viertel übernachten wollen
Garten & PoolMarriott Mena House
- Hervorragendes Frühstück
- Außenpool
- Spa und Wellnesscenter
- Drei Restaurants
- Fitnesscenter
Wer Platz, Garten und Pool statt Dachterrasse sucht
Reservierung, Bezahlung, Zeiten
Bleiben die praktischen Fragen, und sie sind bei allen drei Gruppen ähnlich.
Zur Reservierung: Auf dem Gelände ist sie die Regel, weil die Häuser klein sind und der Zugang über die Kontrolle läuft. Außerhalb, an den Toren, brauchen Sie keine. Bei den Dachterrassen im Viertel hängt es am Abend: mittags spontan, abends besser angemeldet, vor allem in der Hauptsaison.
Zur Bezahlung: In den Ketten an den Toren wird Karte akzeptiert, in kleineren Häusern nicht immer. Etwas Bargeld in kleinen Scheinen löst dieses Problem, und es löst gleichzeitig die Trinkgeldfrage, die in Ägypten häufiger auftritt als in Mitteleuropa.
Zu den Zeiten: Alles auf dem Gelände endet mit dem Gelände, mit Ausnahme des Abendbetriebs im Restaurantkomplex. Die Lokale an den Toren haben lange offen. Die Dachterrassen im Viertel sind abends die einzige Gruppe, auf die man sich verlassen kann.
Für Familien noch ein Wort: Die Ketten an den Toren sind an heißen Tagen mehr wert, als der Ruf vermuten lässt. Sie sind klimatisiert, haben eine Toilette, verlangen keine Reservierung und stellen keine Fragen, wenn ein Kind nur ein Getränk möchte. Auf dem Gelände selbst gibt es diese Kombination in dieser Form nicht.
Und eine Empfehlung, die keine Kette betrifft: Planen Sie die Pause nicht ans Ende, sondern in die Mitte. Zwischen elf und eins ist auf dem Gelände die Hitze am schlimmsten und der Andrang am größten. Wer diese zwei Stunden im Schatten verbringt, statt sie durchzustehen, hält den Nachmittag anschließend durch. Das gilt an diesem Ort mehr als an fast jedem anderen, weil es zwischen den Bauwerken schlicht keinen Schatten gibt.
Häufige Fragen
Welche Restaurants in der Nähe der Pyramiden von Gizeh haben den besten Blick?
Für die Nähe die Häuser auf dem Gelände, für den Sphinx die Dachterrasse am östlichen Tor, für den Abend die Terrassen im Viertel östlich der Umzäunung.
Braucht man ein Ticket, um auf dem Gelände essen zu gehen?
Ja. Der Eintritt für das Gelände ist Voraussetzung, auch wenn Sie nur ins Restaurant wollen.
Ist die Dachterrasse an der Schnellrestaurantkette wirklich sehenswert?
Der Blick ja, das Essen ist Nebensache. Als klimatisierte Pause mit Toilette und Aussicht ist die Adresse ihren Ruf wert.
Kann man dort abends die Show sehen?
Teile davon, ohne Karte, ohne Ton und nur wenn gespielt wird. Als Ergänzung brauchbar, als Ersatz nicht.
Muss man reservieren?
Auf dem Gelände in der Regel ja, an den Toren nein, auf den Dachterrassen abends besser schon.
Wird überall Karte akzeptiert?
In den Ketten ja, in kleineren Häusern nicht immer. Kleine Scheine mitzunehmen erspart die Frage.
