Innentickets für Chephren und Mykerinos

Beide Innenräume kosten einen Bruchteil des großen Tickets und sind selten ausverkauft. Was das für die Planung heißt und womit Sie trotzdem rechnen sollten.

Innentickets für Chephren und Mykerinos sind die unauffälligste gute Nachricht am Gizeh-Plateau. Wer erst noch sortiert, welche Tickets für den eigenen Tag zusammenkommen, findet dafür eine eigene Ticketliste; hier geht es um die beiden Karten selbst. Beide Pyramiden lassen sich von innen besichtigen, beide kosten einen Bruchteil dessen, was der Innenraum der größten Pyramide kostet, und beide sind in aller Regel noch zu haben, wenn dort längst nichts mehr verfügbar ist.

Das ist kein Trostpreis. Die zweite Pyramide hat einen weniger steilen Zugang, eine Grabkammer, in der man sich tatsächlich aufhalten kann, und deutlich weniger Gegenverkehr im Gang. Wer den Innenraum wegen des Raumeindrucks besuchen will und nicht wegen des Namens auf der Karte, fährt damit oft besser.

Zwei Dinge gelten für beide gleichermaßen. Sie brauchen zusätzlich zum Geländeeintritt ein eigenes Ticket, und dieses wird am Bauwerk noch einmal geprüft. Und der Kauf findet in aller Regel am Schalter statt, nicht im Voraus.

Diese Seite behandelt die Tickets, nicht die Kammern. Was Sie drinnen sehen, welche Decke wo liegt und wie der Sarkophag aussieht, steht ausführlich auf der Seite zum Inneren.

Die Entscheidungsgrößen

Preis im Verhältnis zur größten Pyramide
Mykerinos amtlich 280 EGP gegen 1.000 EGP, Chephren nicht ausgewiesen
Tageskontingent
kein spürbares Limit
Verfügbarkeit am Nachmittag
in der Regel gegeben
Kauf
am Schalter auf dem Gelände
Körperlicher Aufwand
geringer als bei der größten Pyramide

Warum diese Karten entspannter zu bekommen sind

Warum diese beiden Karten so viel entspannter zu bekommen sind, hat einen einfachen Grund: Es gibt keinen Wettlauf um sie.

Beim großen Innenraum treffen ein sehr kleines Kontingent und ein sehr großer Wunsch aufeinander, und daraus entsteht der Druck, vor der Öffnung am Schalter zu stehen. Bei der zweiten und der dritten Pyramide ist die Nachfrage deutlich geringer, weil die meisten Reisenden gar nicht wissen, dass man dort ebenfalls hineingehen kann. Welche der beiden gerade geöffnet ist, wechselt; verbindlich ist allein die Auskunft am Ticketschalter.

Der Unterschied in der Nachfrage hat noch eine zweite Ursache, und die ist einigermaßen ironisch. Reiseprogramme und Tagestouren führen fast ausnahmslos die größte Pyramide als Zubuchung, weil sie den bekannten Namen trägt. Die beiden anderen tauchen in Angeboten praktisch nicht auf. Wer also mit einer Gruppe kommt, bekommt die teure Variante angeboten oder gar keine, und die günstige bleibt denen vorbehalten, die selbst zum Schalter gehen.

Für die Tagesplanung ändert das alles. Sie können am Vormittag in Ruhe über das Gelände gehen, mittags entscheiden, dass Sie doch einen Innenraum sehen möchten, und die Karte dann noch kaufen. Beim großen Innenraum wäre diese Reihenfolge aussichtslos.

Beim Preis stehen die beiden Karten seit dem 3. September 2026 unterschiedlich gut da, und der Unterschied ist erklärbar. Die Altertumsverwaltung führt für die dritte Pyramide auf ihrer eigenen Denkmalseite einen Ticketblock: 280 EGP für ausländische Gäste, 140 EGP ermäßigt, jeweils zusätzlich zum Geländeticket. Das sind rund vier beziehungsweise zwei Euro, bei 59,14 EGP je Euro am 3. September 2026.

Für die zweite Pyramide gibt es diesen Block nicht. Ihre Denkmalseite beschreibt die Anlage ausführlich und nennt keinen Betrag, und die kursierenden Angaben liegen um mehr als das Doppelte auseinander. Rechnen Sie mit einer ähnlichen Größenordnung wie bei der dritten und erfragen Sie die Zahl am Schalter.

Was die amtliche Zahl vor allem zeigt: Der Abstand zur größten Pyramide ist noch größer, als die vagen Angaben vermuten ließen. Deren Innenraum kostet 1.000 EGP, also gut das Dreieinhalbfache.

Nah wohnen, früh am Schalter sein. Diese beiden Karten kauft man am Schalter, und der Schalter ist morgens am leersten; aus einer Unterkunft in Gehweite ist das ein Spaziergang statt einer Fahrt durch den Berufsverkehr. Drei Häuser, die das abdecken:

Am Sphinx

Giza Pyramids View Inn

Sphinxstraße 10, Nazlet el-Samman

  • Gutes Frühstück
  • Flughafenshuttle
  • Zwei Restaurants
  • 24-Stunden-Rezeption
  • Kostenloses WLAN

Wer den Sphinx aus dem Frühstücksstuhl sehen will

ab 25 €/Nacht
Ansehen
Meistbewertet

Great Pyramid Inn

Abu-al-Hol-Straße 14, wenige Minuten zum Tor

  • Fabelhaftes Frühstück
  • Dachterrassen-Restaurant
  • Bar
  • Flughafenshuttle
  • 24-Stunden-Rezeption

Die meisten, die im Viertel übernachten wollen

ab 27 €/Nacht
Ansehen
Garten & Pool

Marriott Mena House

Nordseite, am früheren Haupteingang

  • Hervorragendes Frühstück
  • Außenpool
  • Spa und Wellnesscenter
  • Drei Restaurants
  • Fitnesscenter

Wer Platz, Garten und Pool statt Dachterrasse sucht

ab 230 €/Nacht
Ansehen
Absteigender Gang im Inneren der Chephren-Pyramide mit Holzsteg und schwacher Beleuchtung
Der Zugang zur mittleren Pyramide ist kürzer und weniger steil als der zur größten, und meistens ist man dort fast allein.

Mit einer Schließung sollten Sie rechnen

Womit Sie trotzdem rechnen sollten, ist eine Schließung, und zwar ohne lange Vorwarnung.

Die Innenräume der drei Pyramiden werden seit Jahrzehnten immer wieder einzeln für Instandsetzungen geschlossen. In den 1990er Jahren betraf das alle drei nacheinander, weil die Feuchtigkeit aus der Atemluft Salzausblühungen und Pilzbewuchs verursacht hatte. Solche Arbeiten werden nicht Monate vorher angekündigt, und die amtliche Seite zum Gelände führt zwar die Tickets, aber keinen Belegungs- oder Schließungskalender.

Praktisch heißt das: Bauen Sie keinen Reisetag um einen bestimmten Innenraum herum. Wenn Ihnen ein Innenraum wichtig ist, halten Sie sich beide kleinen offen, und wenn Ihnen ein bestimmter wichtig ist, fragen Sie am Morgen am Schalter, bevor Sie den Tag danach ausrichten.

Wie Sie den Stand erfahren, ist leider unbefriedigend geregelt. Es gibt keine Seite, auf der steht, welcher Innenraum heute offen ist. Verlässlich sind zwei Wege: die Frage am Ticketschalter beim Betreten und der Blick auf den Eingang selbst, der bei einer Schließung schlicht abgesperrt ist. Wer über einen Anbieter bucht, sollte sich die Auskunft schriftlich geben lassen, weil eine Zubuchung auf einen geschlossenen Innenraum wertlos ist.

Eine zweite Einschränkung betrifft die Ausstattung. In keinem der drei Innenräume gibt es Bilder, Inschriften oder Grabbeigaben zu sehen. Wer das erwartet, wird in allen drei Fällen enttäuscht, unabhängig vom Preis der Karte. Was es gibt, ist Raum, Stein und Stille, und das ist bei den beiden kleineren Pyramiden eher zu haben als in der größten, wo man im Gegenverkehr steht.

Lohnen sich zwei Innenräume an einem Tag?

Bleibt die Frage, ob sich zwei Innenräume an einem Tag lohnen. Die ehrliche Antwort lautet: für die meisten nicht.

Der Grund ist nicht der Preis, sondern die Wiederholung. Die drei Innenräume ähneln sich in dem, was sie bieten: ein enger Gang, eine Kammer, ein leerer Sarkophag, keine Ausstattung. Wer zwei davon hintereinander besucht, erlebt den zweiten deutlich schwächer, und zwar unabhängig davon, welcher der beeindruckendere ist. Dazu kommt der Aufwand: Jeder Innenraum kostet Zeit, Kraft und Schweiß, und beides zusammen frisst einen halben Vormittag.

Dazu kommt ein Punkt, der selten bedacht wird: die Reihenfolge. Wer zuerst den großen Innenraum besucht und danach einen kleinen, empfindet den zweiten als Abstieg, obwohl er für sich genommen der angenehmere Besuch ist. Umgekehrt funktioniert es besser. Wer beides plant, beginnt deshalb mit der mittleren Pyramide und hebt sich die größte auf, nicht andersherum.

Sinnvoll ist die Kombination in zwei Fällen. Erstens, wenn Sie ohnehin zwei Tage am Gelände verbringen; dann verteilt sich die Sache. Zweitens, wenn Sie sich für Bautechnik interessieren, denn die drei Anlagen unterscheiden sich in der Anlage der Gänge und der Deckenkonstruktion deutlich, und dieser Vergleich ist tatsächlich nur von innen zu haben.

Ein letzter Hinweis für Familien und für alle, die unsicher sind, ob sie das körperlich mögen. Die kleineren Innenräume eignen sich als Probe. Sie sind kürzer, weniger steil und schneller wieder verlassen, und wer feststellt, dass Enge und Wärme nicht auszuhalten sind, hat wenig Geld und noch weniger Zeit verloren. Dieselbe Erfahrung in der größten Pyramide zu machen, ist teurer und dauert länger, weil der Rückweg über denselben engen Gang führt.

Für alle anderen gilt eine einfachere Empfehlung: einen Innenraum auswählen, den mit Ruhe besuchen, und die gesparte Zeit oben verbringen. Das Gelände selbst ist die eigentliche Sehenswürdigkeit, und die drei Kammern sind ein Zusatz, kein Pflichtprogramm.

Der kleine Innenraum statt des großen

Dafür

  • Ein Bruchteil des Preises, bei sehr ähnlichem Grunderlebnis
  • Meist noch am Nachmittag verfügbar, ohne Wettlauf am Morgen
  • Weniger steil und weniger eng, damit auch für weniger Geübte machbar
  • Deutlich weniger Gegenverkehr, dadurch mehr Zeit in der Kammer

Dagegen

  • Nicht der Name, der zu Hause erzählt wird, falls das eine Rolle spielt
  • Die Große Galerie der größten Pyramide hat kein Gegenstück
  • Auch hier keine Bilder, keine Inschriften, keine Ausstattung
  • Schließungen für Instandsetzungen sind jederzeit möglich

Häufige Fragen

Sind alle drei Pyramiden von innen zugänglich?

Grundsätzlich ja, jede mit eigenem Zusatzticket. Einzelne Innenräume werden allerdings immer wieder für Instandsetzungen geschlossen, oft kurzfristig.

Was kosten die beiden kleineren Innenräume?

Für die dritte Pyramide amtlich 280 EGP, ermäßigt 140, gegenüber 1.000 EGP für die größte. Für die zweite weist das Ministerium keinen Betrag aus; dort am Schalter fragen.

Muss ich diese Tickets vorher kaufen?

In der Regel nicht. Sie werden am Schalter auf dem Gelände verkauft und sind selten ausverkauft.

Lohnen sich zwei Innenräume an einem Tag?

Für die meisten nicht, weil sich die Kammern stark ähneln. Sinnvoll vor allem bei zwei Besuchstagen oder bei Interesse an Bautechnik.

Welcher der beiden ist der bessere?

Die mittlere Pyramide für den Raumeindruck und die Ruhe, die kleinste für die ungewöhnlichen gemeißelten Paneele. Beide sind weniger anstrengend als die größte.

Gibt es drinnen etwas zu sehen?

Stein, Raum und einen leeren Sarkophag. Bilder, Inschriften oder Grabbeigaben gibt es in keiner der drei Pyramiden.

Stand: August 2026Preise und Zugänglichkeit der Innenräume ändern sich, und Schließungen für Instandsetzungen werden kurzfristig angekündigt. Am Morgen am Schalter erfragen.