Der Sonnenaufgang an den Pyramiden von Gizeh gehört zu den meistgesuchten Motiven Ägyptens, und fast niemand hat ihn von innen gesehen. Der Grund ist eine Rechnung, die keine zwei Minuten dauert.
Die Sonnenaufgangszeit in Gizeh liegt je nach Jahreszeit zwischen kurz vor sechs im Juni und knapp vor sieben im Dezember; die Sonnenzeiten für Kairo lassen sich für jeden Tag nachschlagen. Das Gelände öffnet nach amtlicher Angabe um acht. Wer also zur Öffnung am Tor steht, hat den Sonnenaufgang bereits verpasst, im Sommer um mehr als zwei Stunden, im Winter um gut eine.
Am anderen Ende des Tages ist es dasselbe in umgekehrter Richtung. Die Sonne geht im Dezember kurz vor fünf unter und im Juni um kurz vor acht am Abend, das Gelände schließt aber am späten Nachmittag. Auch der Sonnenuntergang fällt also außerhalb der Besuchszeit.
Das ist keine Kleinigkeit, sondern die wichtigste Auskunft dieser Seite. Alles, was danach kommt, beantwortet die naheliegende Anschlussfrage: Woher stammen die Bilder dann?
Sonnenzeiten gegen Öffnungszeiten
Uhrzeit
| Monat | Januar | März | Juni | September | Dezember |
|---|---|---|---|---|---|
| Sonnenaufgang | 06:50 | 05:59 | 05:54 | 06:44 | 06:47 |
| Sonnenuntergang | 17:22 | 18:06 | 19:59 | 18:51 | 16:59 |
| Öffnung des Geländes | 08:00 | 08:00 | 08:00 | 08:00 | 08:00 |
Die Schließzeit schwankt je nach Quelle und Jahreszeit und ist deshalb nicht eingezeichnet. Sie liegt in jedem Fall vor Sonnenuntergang.
Sonnenzeiten für Kairo, gerundet auf volle Minuten. Öffnungszeit nach der amtlichen Übersicht der Altertümerverwaltung.
Die berühmten Aufnahmen entstehen draußen
Die berühmten Aufnahmen entstehen deshalb fast alle außerhalb der Umzäunung, und das ist keine Schummelei, sondern schlicht der einzige Weg.
Drei Standorte liefern den Großteil dessen, was Sie im Netz sehen. Erstens die Dachterrassen der Hotels und Pensionen im Osten des Geländes: Sie liegen der Ostflanke gegenüber und sehen die Sonne hinter sich aufgehen, also die Bauwerke im ersten Licht. Zweitens die offene Wüste im Westen und Südwesten, von wo aus ein Sonnenuntergang an den Pyramiden mit den Bauwerken als Silhouette gegen den Himmel gelingt. Drittens die Straßen und Dächer der Stadt, aus denen die Aufnahmen mit Häusern im Vordergrund stammen.
Die Blickrichtung entscheidet dabei über alles. Von Osten sehen Sie das Bauwerk angestrahlt, farbig und mit Struktur im Stein. Von Westen sehen Sie es dunkel gegen einen hellen Himmel, also als Umriss. Beide Bilder sind gut, sie zeigen nur verschiedene Dinge, und wer das eine will, steht am falschen Ort für das andere.
Unterkünfte mit Blick auf das Plateau. Die Dachterrasse ist der einzige Ort, von dem aus Sie Dämmerung und Aufgang wirklich sehen. Drei Häuser, die das abdecken:
Am SphinxGiza Pyramids View Inn
- Gutes Frühstück
- Flughafenshuttle
- Zwei Restaurants
- 24-Stunden-Rezeption
- Kostenloses WLAN
Wer den Sphinx aus dem Frühstücksstuhl sehen will
MeistbewertetGreat Pyramid Inn
- Fabelhaftes Frühstück
- Dachterrassen-Restaurant
- Bar
- Flughafenshuttle
- 24-Stunden-Rezeption
Die meisten, die im Viertel übernachten wollen
Garten & PoolMarriott Mena House
- Hervorragendes Frühstück
- Außenpool
- Spa und Wellnesscenter
- Drei Restaurants
- Fitnesscenter
Wer Platz, Garten und Pool statt Dachterrasse sucht


Was Sonnenaufgangstouren wirklich liefern
Bleibt die Frage nach den Angeboten, die ausdrücklich mit dem Sonnenaufgang werben. Sie existieren, und sie halten nicht ganz, was der Name verspricht.
Eine sogenannte Sonnenaufgangstour startet früh in Kairo und erreicht das Gelände zur Öffnung. Was Sie bekommen, ist das erste Licht innerhalb der Umzäunung und ein weitgehend leeres Gelände, weil die Gruppenbusse später eintreffen. Was Sie nicht bekommen, ist der Sonnenaufgang selbst, denn der liegt vor der Öffnung.
Ähnlich verhält es sich mit der Morgendämmerung über Gizeh. Die blaue Stunde vor dem Aufgang ist fotografisch die interessanteste Phase des Tages, und sie ist vom Gelände aus grundsätzlich nicht zu haben. Wer sie will, braucht einen Standort außerhalb, und der beste ist ein Dach in Sichtweite.
Damit ist die Entscheidung eigentlich getroffen: Für das erste Licht auf dem Gelände buchen Sie eine frühe Führung. Für Sonnenaufgang und Dämmerung buchen Sie eine Unterkunft mit Blick.
Der Winter ist die bessere Jahreszeit
Welche Jahreszeit die bessere ist, lässt sich klar beantworten, und zwar zugunsten des Winters.
Zwischen November und Februar geht die Sonne spät auf, was die Lücke zur Öffnung auf gut eine Stunde verkleinert, und sie steht den ganzen Tag flacher, was die Schatten länger und die Bauwerke plastischer macht. Dazu kommt die bessere Luft: Der Dunst nimmt im Frühjahr deutlich zu, und an Tagen mit Staub in der Luft verschwindet die dritte Pyramide im Grau.
Im Sommer ist das Gegenteil der Fall. Die Sonne steht früh und hoch, das Licht wird schon gegen neun hart, und die Lücke zwischen Sonnenaufgang und Öffnung wächst auf mehr als zwei Stunden.
Ein praktischer Hinweis zum Schluss: Die amtliche Übersicht nennt acht Uhr als Öffnung, die Schließzeit wird in den Quellen unterschiedlich angegeben und liegt im Winterhalbjahr am späten Nachmittag. Verlassen Sie sich für den Abend nicht auf die längere Variante.

Private Halbtagestour über das Gelände
Für das erste Licht innerhalb der Umzäunung: privat geführt, vier Stunden, mit Abholung und enthaltenem Plateau-Eintritt, sodass Sie den Beginn selbst festlegen können.
Häufige Fragen
Kann man den Sonnenaufgang auf dem Gelände sehen?
Nein. Das Gelände öffnet um acht, die Sonne geht je nach Jahreszeit zwischen kurz vor sechs und knapp vor sieben auf.
Und den Sonnenuntergang?
Ebenfalls nicht. Das Gelände schließt am späten Nachmittag, der Sonnenuntergang liegt danach.
Was liefert eine Sonnenaufgangstour dann?
Das erste Licht innerhalb der Umzäunung und ein leeres Gelände, weil die Gruppen später kommen. Den Aufgang selbst nicht.
Von wo aus sieht man beides?
Von Dachterrassen im Osten für Dämmerung und Aufgang, aus der Wüste im Westen für den Untergang als Silhouette.
Welche Jahreszeit ist besser?
Der Winter. Späterer Sonnenaufgang, flacherer Sonnenstand, längere Schatten und meist klarere Luft.
