Die Aussprache von Gizeh ist einfacher, als das Schriftbild vermuten lässt, und fast alle machen denselben Fehler.
Gesprochen wird der Name mit langem i und weichem s: etwa GIE-se, mit Betonung auf der ersten Silbe. Das z im deutschen Schriftbild ist kein deutsches z. Es steht nicht für den Lautbund ts wie in Zange, sondern für ein stimmhaftes s wie in Rose. Wer Gitseh sagt, wird verstanden, aber verrät sich sofort.
Das g am Anfang ist hart, wie in gehen, nicht weich wie im englischen gin. Auch das ist keine Willkür, sondern hat einen handfesten sprachlichen Grund, der weiter unten steht.
Und noch etwas fällt vielen erst beim zweiten Hinsehen auf: Das Wort steht in Deutschland auf sehr vielen Tischen. Eine Marke für Zigarettenpapier trägt seit 1920 diesen Namen, und ihr Logo zeigt den Sphinx mit einer Pyramide dahinter. Für einen Großteil des deutschsprachigen Publikums ist Gizeh deshalb zuerst ein Papierheftchen und erst danach ein Ort.

Geführter Tag mit deutschsprachiger Begleitung
Die Namen einmal richtig gesprochen zu hören, ist der schnellste Weg, sie zu behalten; eine Führung liefert nebenbei auch die arabischen Formen, die auf keiner Karte stehen.
Vier Schreibweisen desselben Ortes
Welche Form wo üblich ist und wie sie jeweils klingt.
| Schreibweise | Wo üblich | Gesprochen etwa |
|---|---|---|
| Gizeh | die heutige deutsche Standardform | GIE-se, weiches s |
| Giseh | ältere deutsche Literatur, 19. und frühes 20. Jahrhundert | identisch, nur eindeutiger geschrieben |
| Giza | Englisch und international | GIE-sa, ebenfalls mit weichem s |
| al-Dschiza, el-Giza | Umschriften aus dem Arabischen | el-GIE-sa, mit hartem g im ägyptischen Sprachgebrauch |
- Wo üblich
- die heutige deutsche Standardform
- Gesprochen etwa
- GIE-se, weiches s
- Wo üblich
- ältere deutsche Literatur, 19. und frühes 20. Jahrhundert
- Gesprochen etwa
- identisch, nur eindeutiger geschrieben
- Wo üblich
- Englisch und international
- Gesprochen etwa
- GIE-sa, ebenfalls mit weichem s
- Wo üblich
- Umschriften aus dem Arabischen
- Gesprochen etwa
- el-GIE-sa, mit hartem g im ägyptischen Sprachgebrauch
Alle vier meinen denselben Ort. Im deutschen Fließtext ist Gizeh die übliche Wahl, in Fachliteratur begegnet auch Giseh.
Warum das g hart gesprochen wird
Warum das g hart ist, führt zu einer Besonderheit des ägyptischen Arabisch, und sie ist der interessanteste Teil dieser Seite.
Der arabische Buchstabe Dschim wird im Hocharabischen und in den meisten Dialekten wie ein weiches dsch gesprochen, etwa wie das g in Journal. In Ägypten dagegen, und besonders in der Region um die Hauptstadt, klingt derselbe Buchstabe wie ein hartes g. Deshalb heißt der Ort dort el-Giza und nicht el-Dschiza, und deshalb hat sich in den europäischen Sprachen die Form mit hartem g durchgesetzt: Sie stammt aus dem Mund der Leute vor Ort.
Sprachhistorisch ist das kein Sonderweg, eher im Gegenteil. Vieles spricht dafür, dass das harte g die ältere Aussprache ist und die weiche Variante die spätere Entwicklung. Die ägyptische Form hätte dann nichts verloren, sondern etwas behalten.

Wie man es im Deutschen schreibt
Zur Schreibung im Deutschen gibt es zwei Fragen, die regelmäßig auftauchen.
Die erste betrifft den Ortsnamen selbst. Üblich und in Wörterbüchern verzeichnet ist Gizeh; die Wörterbuchform nennt daneben Giseh und Gise als Varianten. Alle sind lesbar, aber wer sich für eine entscheiden möchte, nimmt Gizeh.
Die zweite ist die Schreibweise der Großen Pyramide von Gizeh, und hier lautet die Regel anders als im Englischen. Weil das Adjektiv Teil des Eigennamens ist, wird es großgeschrieben: die Große Pyramide, der Große Sphinx. Steht das Adjektiv dagegen beschreibend, bleibt es klein, etwa in dem Satz, dies sei die größte Pyramide der Anlage. Zusammensetzungen mit dem Ortsnamen bekommen einen Bindestrich: Gizeh-Plateau, Gizeh-Pyramiden.
Für die einzelnen Bauwerke sind im Deutschen die Königsnamen üblich, also Cheops-Pyramide, Chephren-Pyramide und Mykerinos-Pyramide. Das sind die griechischen Namensformen; die ägyptischen lauten Chufu, Chaefre und Menkaure und begegnen vor allem in der Fachliteratur.
Zwei Orte, dreihundertfünfzig Kilometer auseinander
Bleibt eine Verwechslung, nach der überraschend oft gesucht wird. Gizeh oder Gaza ist keine Frage der Schreibweise, sondern eine Frage zweier verschiedener Orte.
Gizeh liegt in Ägypten, unmittelbar am Südwestrand des Ballungsraums der Hauptstadt, und ist die Stadt am Fuß des Plateaus. Gaza liegt rund dreihundertfünfzig Kilometer weiter nordöstlich, jenseits der Sinai-Halbinsel, und gehört nicht zu Ägypten. Auch die Namen haben nichts miteinander zu tun: Sie gehen auf verschiedene arabische Wurzeln zurück und klingen im Arabischen deutlich unterschiedlicher als in europäischen Umschriften.
Die Ähnlichkeit entsteht also erst in unserer Schreibung, und sie hält sich hartnäckig, weil beide Namen kurz sind und mit G beginnen. Wer über die Pyramiden spricht, meint Gizeh.
Häufige Fragen
Wie spricht man Gizeh aus?
Etwa GIE-se, mit langem i, hartem g und weichem s. Das z steht nicht für den Lautbund ts.
Heißt es Gizeh oder Giza?
Beides meint denselben Ort. Gizeh ist die deutsche Form, Giza die englische und internationale.
Warum wird das g hart gesprochen?
Weil der arabische Buchstabe Dschim im ägyptischen Sprachgebrauch wie ein hartes g klingt, anders als im Hocharabischen und in den meisten anderen Dialekten.
Schreibt man Große Pyramide groß?
Ja, wenn es als Eigenname gemeint ist. Beschreibend gebraucht bleibt das Adjektiv klein.
Ist Gizeh dasselbe wie Gaza?
Nein. Zwei verschiedene Orte, rund dreihundertfünfzig Kilometer voneinander entfernt, in verschiedenen Gebieten und mit verschiedenen Namensherkünften.
