Was ein Kamelritt in Gizeh kostet

Es gibt keinen festen Tarif, und der Betrag ist nicht das Problem. Warum das Absteigen der Hebel ist und was Sie vor dem Aufsitzen klären müssen.

Wer wissen will, was ein Kamelritt in Gizeh kostet, bekommt keine befriedigende Zahl, und das liegt nicht an mangelnder Recherche. Es gibt keinen festgesetzten Tarif. Der Preis ist frei verhandelbar, er schwankt nach Tageszeit, Andrang, Jahreszeit und Verhandlungsgeschick, und jede Zahl in einem Reisetext ist binnen Monaten überholt.

Das ist aber gar nicht das eigentliche Problem. Die Beschwerden, die es zu diesem Thema in großer Zahl gibt, drehen sich fast nie darum, dass der vereinbarte Betrag zu hoch war. Sie drehen sich darum, dass am Ende ein anderer Betrag verlangt wurde als der vereinbarte.

Deshalb behandelt diese Seite nicht die Frage nach der Summe, sondern die nach der Absprache. Wer vollständig vereinbart, zahlt am Ende das, was er erwartet hat, und zwar unabhängig davon, ob er gut oder schlecht verhandelt hat. Wer unvollständig vereinbart, hat ein Problem, und zwar in einer Lage, in der er schlecht verhandeln kann.

Ein fester Rahmen lässt sich nicht angeben: Verhandelt wird vor dem Aufsitzen, und der Preis hängt an Dauer und Wegstrecke. Die Frage nach dem Zustand der Tiere und dem Tierschutz ist eine eigene und steht auf einer eigenen Seite; wer sich dagegen entscheidet, findet dort auch die Gründe.

GetYourGuide

Geführter Tag, bei dem jemand für Sie spricht

★ 4,7(18 Bewertungen)
  • Mit Begleitung verhandeln Anbieter mit dem Guide und nicht mit Ihnen, was die beschriebene Situation gar nicht erst entstehen lässt
  • Acht Stunden mit deutschsprachiger Führung, Abholung, Plateau-Eintritt und Mittagessen nach Anbieterangabe enthalten
  • Der Zutritt zum Inneren der Pyramiden ist bei diesem Angebot ausdrücklich nicht enthalten
  • Ein Kamelritt ist nicht Bestandteil des Angebots

Von einem Kamel steigt man nicht allein ab

Um zu verstehen, warum die Absprache so wichtig ist, muss man einen einzigen Umstand kennen: Von einem Kamel steigt man nicht allein ab.

Ein Dromedar geht zum Aufsitzen und Absitzen in die Knie, und zwar auf Kommando des Führers. Oben sitzen Sie in zwei bis zweieinhalb Metern Höhe, ohne Steigbügel, auf einem Tier, das Sie nicht kennen. Sie können nicht einfach hinunterspringen und weggehen. Genau darin liegt der Hebel, und darauf beruht praktisch jede unangenehme Geschichte zu diesem Thema.

Der Ablauf ist immer derselbe. Der Preis wird niedrig angesetzt, damit Sie aufsitzen. Draußen im Sand, mit Abstand zum Ausgangspunkt, wird nachverhandelt. Und wenn Sie ablehnen, wird das Absteigen zur Verhandlungsmasse.

Wer das weiß, versteht sofort, warum alle Ratschläge zu diesem Thema denselben Kern haben: Alles Wesentliche muss geklärt sein, solange Sie noch mit beiden Füßen auf dem Boden stehen. Danach verhandeln Sie aus einer Position, die keine ist.

Ein zweiter Umstand verstärkt das, und er hat mit dem Ort zu tun. Die Ritte führen hinaus in den offenen Sand, weg von den Wegen und weg von anderen Menschen, meist Richtung Panoramapunkt. Das ist landschaftlich der Sinn der Sache und zugleich der Grund, warum eine Diskussion dort anders verläuft als am Ausgangspunkt: Sie sind allein mit dem Führer, weit von der nächsten Aufsicht entfernt, und der Rückweg gehört ihm.

Das ist übrigens kein Grund, das Thema dramatisch zu behandeln. Es ist eine gewöhnliche Verhandlungssituation mit einem ungewöhnlichen Druckmittel, und sie lässt sich mit fünf Sätzen vorher vollständig entschärfen.

Fünf Punkte, vor dem Aufsitzen geklärt

  1. Der Gesamtpreis

    Nicht der Preis je Person, je Minute oder je Kamel, sondern der Betrag, den Ihre Gruppe am Ende insgesamt zahlt. Lassen Sie ihn wiederholen.

  2. Die Personenzahl

    Ausdrücklich benennen, für wie viele Menschen der Betrag gilt. Die nachträgliche Umdeutung zu einem Preis je Person ist die häufigste Forderung.

  3. Hin und zurück

    Der Preis gilt für die gesamte Runde einschließlich Rückweg. Ohne diesen Satz wird daraus gern eine Strecke.

  4. Die Dauer

    Eine Zeitangabe oder eine Wegstrecke vereinbaren. Ohne sie endet der Ritt, wann der Führer möchte.

  5. Währung und Trinkgeld

    In ägyptischen Pfund, und das Trinkgeld ist im Betrag enthalten. Sonst kommt am Ende eine zweite Forderung, oft für das Tier.

Vom Sattel aus lässt sich nicht verhandeln. Alles Wesentliche gehört geklärt, solange man daneben steht.

Wie die nachträglichen Forderungen aussehen

Wie die nachträglichen Forderungen aussehen, ist erstaunlich gut dokumentiert, weil sie sich seit Jahren gleichen.

Am häufigsten ist die Umdeutung: Der vereinbarte Betrag habe je Person gegolten, oder nur für den Hinweg, oder nur für die ersten Minuten. Zweitens die Trinkgeldforderung nach der Zahlung, gern mit dem Hinweis, sie sei für das Tier und nicht für den Führer. Drittens der Währungswechsel: Der Betrag sei in Dollar oder Euro gemeint gewesen, nicht in Pfund, was den Preis auf einen Schlag vervielfacht.

Eine vierte Variante betrifft das Foto. Der Führer bietet an, mit Ihrem Telefon Bilder zu machen, was zunächst freundlich ist und meistens auch so gemeint. Gelegentlich wird daraus am Ende eine eigene Position auf der Rechnung, und in einem Fall, der immer wieder berichtet wird, bleibt das Telefon so lange in der Hand des Führers, bis gezahlt ist. Wer das Gerät nicht aus der Hand gibt, hat auch dieses Thema nicht.

Alle drei laufen ins Leere, wenn die fünf Punkte vorher geklärt sind und Sie am Ende zahlen und nicht vorher. Zahlen Sie deshalb erst, wenn Sie wieder stehen. Ein im Voraus bezahlter Ritt nimmt Ihnen das einzige Druckmittel, das Sie haben.

Falls es doch zu einer Forderung kommt, hilft weder Streit noch Nachgeben um jeden Preis. Bleiben Sie freundlich, wiederholen Sie ruhig die Vereinbarung, zahlen Sie den vereinbarten Betrag und gehen Sie. In den allermeisten Fällen endet es damit. Wenn nicht, ist auf dem Gelände Aufsichtspersonal, und die Anwesenheit einer Uniform verändert solche Gespräche erfahrungsgemäß schnell.

Und behalten Sie die Größenordnung im Blick: Es geht bei diesen Auseinandersetzungen meist um Beträge, die im Verhältnis zur Reise klein sind. Das ist kein Grund, sich übervorteilen zu lassen, aber ein guter Grund, den Ärger nicht mit nach Hause zu nehmen.

Sollte man das überhaupt tun?

Bleibt die Frage, ob man das überhaupt tun sollte, und sie hat zwei Seiten.

Die eine ist der Zustand der Tiere. Dazu gibt es dokumentierte Kritik von Tierschutzorganisationen, ein staatliches Programm und im Zuge der Neuordnung des Geländes eine Verlegung der Anbieter, die ausdrücklich auch mit Tierschutzbedenken begründet wurde. Diese Seite bewertet das nicht, sondern verweist auf die Seite, die den Stand ausführlich darstellt. Wer sich nach dem Lesen dagegen entscheidet, hat einen guten Grund.

Die andere Seite ist praktisch. Ein Kamelritt ist kein Verkehrsmittel. Er bringt Sie nicht schneller von einem Bauwerk zum nächsten, dafür gibt es die elektrischen Zubringer, die im Eintritt enthalten sind. Was er bietet, ist ein Bild und eine Erfahrung, und beides bekommt man auch anders: zu Fuß, mit mehr Zeit und ohne Verhandlung.

Für ein gutes Bild braucht es das Tier ohnehin nicht zwingend. Der Panoramapunkt liefert die Ansicht mit allen drei Bauwerken, der Weg dorthin ist mit dem Zubringer in Minuten erledigt, und die Aufnahme gelingt ohne Verhandlung und ohne Zeitdruck. Die klassische Aufnahme mit Kamel im Vordergrund entsteht im Übrigen meistens nicht vom Sattel aus, sondern daneben stehend.

Wenn Sie es trotzdem tun möchten, dann tun Sie es kurz, am Vormittag, wenn es für Mensch und Tier kühler ist, und mit der Absprache aus dem Kasten weiter oben. Und schauen Sie sich das Tier an, bevor Sie aufsitzen. Ein Tier in schlechtem Zustand ist ein Grund, weiterzugehen, und es ist der einzige Hebel, den Reisende in dieser Frage tatsächlich haben.

Häufige Fragen

Gibt es einen festen Preis für einen Kamelritt?

Nein. Der Preis ist frei verhandelbar und schwankt nach Tageszeit, Andrang und Jahreszeit. Deshalb steht hier bewusst keine Zahl.

Was muss ich vorher vereinbaren?

Gesamtpreis, Personenzahl, Hin- und Rückweg, Dauer sowie Währung und die Frage, ob Trinkgeld enthalten ist. Alle fünf, bevor Sie aufsitzen.

Wann bezahle ich?

Am Ende, wenn Sie wieder stehen. Vorauszahlen nimmt Ihnen das einzige Druckmittel.

Was mache ich bei einer Nachforderung?

Ruhig bleiben, die Vereinbarung wiederholen, den vereinbarten Betrag zahlen und gehen. Auf dem Gelände ist Aufsichtspersonal vorhanden.

Ist ein Kamelritt eine sinnvolle Fortbewegung?

Nein. Für die Wege auf dem Gelände gibt es die elektrischen Zubringer, die im Eintritt enthalten sind.

Worauf sollte ich beim Tier achten?

Auf den sichtbaren Zustand. Ein Tier, das schlecht aussieht, ist ein Grund weiterzugehen, und das ist der wirksamste Hebel, den Reisende haben.

Stand: August 2026Preise sind frei verhandelbar und ändern sich laufend, und die Standorte der Anbieter wurden im Zuge der Neuordnung verlegt. Vor Ort prüfen.