Währung und Preise in Gizeh

Seit der Freigabe des Pfunds 2024 ist der Schwarzmarkt verschwunden und alter Rat überholt. Was ein Preis in Dollar bedeutet und woran Sie sich orientieren.

Währung und Preise in Gizeh lassen sich auf einen Satz bringen: Gezahlt wird in ägyptischen Pfund, und wer in einer anderen Währung zahlt, zahlt drauf.

Das gilt für den Eintritt, für das Getränk, für das Taxi und für das Trinkgeld. Euro und Dollar werden an manchen Stellen angenommen, aber zu einem Kurs, den der Annehmende festlegt, und Wechselgeld gibt es dann in Pfund. Das ist kein Betrug, sondern schlicht ein schlechtes Geschäft, und es lässt sich vermeiden, indem man vorher wechselt oder abhebt.

Wichtiger als diese Regel ist allerdings eine Entwicklung, die vieles von dem überholt hat, was in älteren Reiseinformationen zum Thema Geld steht. 2024 hat Ägypten den Wechselkurs freigegeben, und damit ist ein Ratschlag verschwunden, der jahrelang in jedem Forum stand.

Diese Seite erklärt deshalb erst diese Änderung, dann die Frage, was ein in Dollar genannter Preis über ein Angebot verrät, und schließlich, wie sich ohne feste Zahlen einschätzen lässt, ob ein Preis in Ordnung ist. Die Frage nach Karte oder Bargeld steht auf einer eigenen Seite.

Was mit dem Pfund geschah

  • 2016

    Erste Freigabe des Wechselkurses. Bis dahin lag der Kurs bei einem einstelligen Betrag je US-Dollar.

  • 2022 und 2023

    Mehrere Abwertungen, dazwischen ein über längere Zeit stabil gehaltener amtlicher Kurs. Parallel entsteht ein Schwarzmarkt, dessen Kurs deutlich darüber liegt.

  • Anfang 2024

    Der amtliche Kurs liegt bei rund einunddreißig Pfund je Dollar, auf dem Schwarzmarkt werden nahezu doppelt so viele Pfund geboten.

  • März 2024

    Die Zentralbank gibt den Kurs frei. Das Pfund verliert mehr als ein Drittel seines Werts, der Kurs springt auf rund fünfzig Pfund je Dollar, und der Abstand zum Schwarzmarkt verschwindet weitgehend.

  • seitdem

    Der Kurs bewegt sich am Markt. Die Inflation im Land blieb hoch, was die Preise in Pfund weiter steigen ließ.

Zwei Folgen der Kursfreigabe

Für Reisende hat diese Freigabe des Kurses zwei Folgen, und beide sind wichtiger als jede Zahl.

Die erste betrifft einen Ratschlag, den man getrost vergessen kann. Jahrelang galt, dass man Geld besser nicht bei der Bank wechselt, weil es anderswo deutlich mehr Pfund gibt. Das stimmte, solange der amtliche Kurs künstlich gehalten wurde und der Parallelmarkt fast das Doppelte bot. Seit der Freigabe ist dieser Abstand weg. Wer heute auf der Straße wechselt, bekommt keinen besseren Kurs, sondern ein rechtliches Risiko, oft schlechtes Geld und gelegentlich eine Falschzählung. Den Kurs sollten Sie am Reisetag selbst nachsehen; er hat sich in den vergangenen Jahren stark bewegt.

Die zweite Folge ist unangenehmer und wird selten deutlich gesagt: Für Sie ist Ägypten dadurch billiger geworden, für die Menschen vor Ort ist das Leben teurer geworden. Die Abwertung hat die Kaufkraft im Land gesenkt, und die Inflation lag zeitweise im hohen zweistelligen Bereich. Das ist der Grund, warum Trinkgeld an diesem Ort mehr zählt als in Mitteleuropa, und es ist auch der Grund, warum Preise für Touristen in den letzten Jahren spürbar angezogen haben.

Ein dritter Punkt betrifft die Haltbarkeit von Preisangaben, und er erklärt eine Eigenheit dieser Seite. Wenn eine Währung binnen zwei Jahren mehr als die Hälfte ihres Außenwerts verliert und die Inflation im Land zweistellig ist, dann sind konkrete Beträge in einem Reisetext nach wenigen Monaten wertlos und nach einem Jahr irreführend. Genau deshalb stehen hier keine. Was bleibt, sind Verhältnisse, und die halten deutlich länger.

Wer diese beiden Punkte kennt, versteht die meisten Preisdiskussionen vor Ort, ohne eine Tabelle im Kopf zu haben.

Ägyptische Pfundscheine verschiedener Werte auf einem Tisch
Gezahlt wird in Pfund. Wer in Euro oder Dollar zahlt, akzeptiert einen Kurs, den er nicht ausgehandelt hat.

Ein Preis in Dollar sagt etwas über das Angebot

Damit zur Beobachtung aus dem Titel dieser Seite: Ein Preis, der in Dollar genannt wird, sagt etwas über das Angebot.

Es gibt legitime Fälle. Das Visum bei der Einreise wird in Fremdwährung berechnet, und international vermarktete Leistungen wie Ausflüge oder Hotels werden häufig in Dollar oder Euro ausgezeichnet, weil ihre Kundschaft international ist. Ein Preisschild in Dollar ist also für sich genommen kein Warnzeichen.

Aufschlussreich wird es dort, wo eine Leistung eigentlich lokal ist. Wenn ein Fahrer, ein Händler oder ein Kamelführer einen Preis in Dollar nennt, dann tut er das aus zwei Gründen: weil er annimmt, dass Sie in dieser Währung denken, und weil der Betrag in Dollar leichter höher anzusetzen ist, als er es in Pfund wagen würde. Die Umrechnung fällt praktisch nie zu Ihren Gunsten aus.

Dasselbe gilt für die Frage nach dem Wechselgeld. Ein in Dollar genannter Preis wird häufig in Pfund herausgegeben, und der dabei verwendete Kurs ist der des Verkäufers. Wer in Pfund zahlt, umgeht diesen Zwischenschritt vollständig, und genau darin liegt die Ersparnis, nicht im Verhandeln.

Die einfache Gegenmaßnahme ist, das Gespräch in Pfund zu führen und in Pfund zu zahlen. Damit landen Sie im lokalen Preisgefüge statt in einem, das für Reisende gebaut wurde. Das ist kein Feilschtrick, sondern nur die Rückkehr zur Landeswährung.

Der amtliche Eintritt ist davon übrigens nicht betroffen: Er ist in Pfund festgesetzt und steht in der Preisliste des Ministeriums, wenn auch mit einem Datum, das älter ist als die letzten Anpassungen.

Woran Sie einen fairen Preis erkennen

Bleibt die Frage, an der sich vor Ort alles entscheidet: Woran erkennen Sie, ob ein Preis in Ordnung ist, wenn hier keine Zahlen stehen?

Der brauchbarste Maßstab ist kein Betrag, sondern ein Verhältnis. Der Eintritt zum Gelände ist staatlich festgesetzt und in der Preisliste nachlesbar; er ist damit der einzige Preis Ihres Tages, den niemand verhandelt. Nehmen Sie ihn als Anker. Ein Kaffee, eine Flasche Wasser oder eine kurze Taxifahrt liegen deutlich darunter, ein geführter Tagesausflug deutlich darüber. Wenn Ihnen jemand für eine Kleinigkeit einen Betrag in der Größenordnung des Eintritts nennt, stimmt etwas nicht.

Nützlich ist dabei, dass dieser Anker öffentlich ist. Der Eintritt steht in einer amtlichen Liste, er ist gleich für alle ausländischen Gäste, und niemand kann Ihnen erzählen, er sei heute ein anderer. Das ist mehr Orientierung, als man an vielen Reisezielen hat, und es kostet nichts, den Betrag vor der Reise einmal nachzusehen.

Der zweite Maßstab ist der Ort. Innerhalb der Umzäunung liegen die Preise über denen davor, und unmittelbar am Tor über denen zwei Straßen weiter. Das ist überall auf der Welt so und hier besonders ausgeprägt. Wer Wasser vor dem Besuch kauft, zahlt einen Bruchteil.

Der dritte ist die Ansprache. Ein Preis, der ungefragt genannt wird, bevor Sie nach etwas gefragt haben, ist selten der Preis, den ein Einheimischer zahlen würde. Das Preisniveau verschiebt sich mit dem Wechselkurs schneller, als sich eine Angabe hier aktuell halten ließe.

Und der letzte Maßstab ist Ihre eigene Gelassenheit. Bei den Beträgen, um die es hier meistens geht, steht der Ärger über ein schlechtes Geschäft in keinem Verhältnis zur Summe. Wer die groben Verhältnisse kennt, zahlt gelegentlich etwas zu viel und hat trotzdem einen guten Tag.

Der größte Posten der Reisekasse. Beim Eintritt geht es um Beträge, die kaum ins Gewicht fallen; über die Kosten einer Gizeh-Reise entscheidet die Unterkunft, und dort ist die Spanne zwischen einfacher Pension und Haus mit Blick am größten. Drei Häuser, die das abdecken:

Am Sphinx

Giza Pyramids View Inn

Sphinxstraße 10, Nazlet el-Samman

  • Gutes Frühstück
  • Flughafenshuttle
  • Zwei Restaurants
  • 24-Stunden-Rezeption
  • Kostenloses WLAN

Wer den Sphinx aus dem Frühstücksstuhl sehen will

ab 25 €/Nacht
Ansehen
Meistbewertet

Great Pyramid Inn

Abu-al-Hol-Straße 14, wenige Minuten zum Tor

  • Fabelhaftes Frühstück
  • Dachterrassen-Restaurant
  • Bar
  • Flughafenshuttle
  • 24-Stunden-Rezeption

Die meisten, die im Viertel übernachten wollen

ab 27 €/Nacht
Ansehen
Garten & Pool

Marriott Mena House

Nordseite, am früheren Haupteingang

  • Hervorragendes Frühstück
  • Außenpool
  • Spa und Wellnesscenter
  • Drei Restaurants
  • Fitnesscenter

Wer Platz, Garten und Pool statt Dachterrasse sucht

ab 230 €/Nacht
Ansehen

Häufige Fragen

In welcher Währung zahle ich?

In ägyptischen Pfund. Euro und Dollar werden mancherorts angenommen, aber zu einem Kurs, den Sie nicht verhandeln, und mit Wechselgeld in Pfund.

Lohnt es sich, auf der Straße zu wechseln?

Nein, nicht mehr. Seit der Freigabe des Kurses 2024 ist der frühere Abstand zum Schwarzmarkt verschwunden. Geblieben sind das Risiko und die Falschzählung.

Was bedeutet ein Preis in Dollar?

Bei international vermarkteten Leistungen nichts Besonderes. Bei einer örtlichen Leistung bedeutet er meist, dass ein höherer Betrag angesetzt wird, als in Pfund verlangt würde.

Woran messe ich, ob ein Preis angemessen ist?

Am staatlich festgesetzten Eintritt als Anker, am Ort des Kaufs und daran, ob Sie den Preis erfragt haben oder er Ihnen genannt wurde.

Ist Ägypten für Reisende billiger geworden?

Gemessen in Euro ja, durch die Abwertung. Im Land selbst sind die Preise gleichzeitig stark gestiegen, was für die Menschen vor Ort das Gegenteil bedeutet.

Wo wechsle ich am besten?

Bei einer Bank, am Flughafen oder am Automaten. Achten Sie auf kleine Scheine, weil Sie die im Alltag am häufigsten brauchen.

Stand: August 2026Wechselkurs und Preisniveau ändern sich laufend, und diese Seite nennt deshalb bewusst keine Beträge. Den aktuellen Kurs vor der Reise nachschlagen.