Ramadan und Feiertage in Gizeh sind ein Planungsthema, das fast immer von der falschen Sorge ausgeht. Gefragt wird: Ist dann geschlossen? Die Antwort lautet nein, und zwar an keinem einzigen dieser Tage.
Das Gelände ist an sieben Tagen der Woche zugänglich, auch freitags, auch an staatlichen Feiertagen, auch im Fastenmonat. Einen Ruhetag gibt es nicht. Wer also befürchtet, seine Reise auf einen geschlossenen Tag gelegt zu haben, kann diese Sorge streichen.
Was sich ändert, ist alles andere. Der Andrang verschiebt sich erheblich, an manchen Tagen nach oben und an anderen nach unten. Der Tagesrhythmus der Stadt ringsum kehrt sich im Fastenmonat teilweise um. Restaurants, Ämter und Banken haben andere Zeiten. Und der Verkehr, ohnehin die größte Unbekannte jeder Planung hier, folgt an bestimmten Tagen einem völlig anderen Muster.
Genau daran scheitern Reisepläne, und nicht an verschlossenen Toren. Diese Seite sortiert deshalb nicht nach Öffnungszeiten, sondern nach dem, was tatsächlich passiert.
Zuerst muss man wissen, dass in Ägypten drei Kalender nebeneinander gelten, und alle drei erzeugen freie Tage.
Der staatliche Kalender liefert feste Termine, die jedes Jahr auf denselben Tag fallen: der Jahreswechsel, mehrere Revolutions- und Gedenktage im Frühjahr und Sommer, der Tag der Streitkräfte im Oktober. Der koptische Kalender liefert das Weihnachtsfest im Januar sowie das koptische Osterfest, das gegenüber dem westlichen verschoben ist. Und der islamische Kalender liefert den Fastenmonat und die beiden Eid-Feste, die jährlich um rund elf Tage nach vorn wandern und zusätzlich von einer Mondsichtung abhängen.
Für Reisende folgt daraus ein unangenehmer Umstand: Sie können den Kalender Ihres Reisezeitraums nicht ein Jahr im Voraus aus dem Vorjahr ableiten. Die Termine des Fastenmonats und der Eid-Feste wandern jedes Jahr um rund elf Tage nach vorn, und sie stehen erst kurzfristig endgültig fest.
Einer dieser festen Termine fällt dabei ausgerechnet in die beste Reisezeit: das koptische Weihnachtsfest am siebten Januar. Es ist ein staatlicher Feiertag mitten in der Hochsaison, und wer im Januar plant, sollte ihn kennen, weil er einen ohnehin gut besuchten Zeitraum um einen zusätzlichen Ausflugstag ergänzt.
Ein vierter Tag gehört dazu, den kaum ein Reiseführer erwähnt und der für diesen Ort der wichtigste von allen ist. Dazu weiter unten.
Was an Feiertagen tatsächlich gilt
- Gelände geöffnet
- an allen Feiertagen, sieben Tage die Woche
- Besuchszeiten im Ramadan
- jährlich neu angekündigt, erst kurz vor Monatsbeginn
- Im letzten dokumentierten Fall
- später geschlossen als andere Häuser, nicht früher
- Vollster einzelner Tag
- das Frühlingsfest nach dem koptischen Ostern
- Ruhigste Zeit
- die Vormittage im Fastenmonat
- Kalenderfalle
- Feiertage werden häufig auf einen Donnerstag verlegt





Halbtagestour mit Abholung, Timing beim Veranstalter
- An Tagen mit ungewöhnlichem Verkehrsmuster liegt die Zeitplanung beim Ortskundigen und nicht bei Ihnen
- Abholung an der Unterkunft und Eintritt auf das Gelände sind enthalten, das spart die Schlange an vollen Tagen
- Deutschsprachige Führung möglich; die Innenbesichtigung ist ausdrücklich nicht Teil des Programms
- Nach Anbieterangabe bis 24 Stunden vorher kostenfrei stornierbar, was bei kurzfristig verschobenen Feiertagen hilft

Die Kalenderfalle
Die Kalenderfalle verdient einen eigenen Absatz, weil sie selbst dann zuschlägt, wenn Sie sorgfältig nachgesehen haben.
Ägypten verlegt staatliche Feiertage, die auf einen ungünstigen Wochentag fallen, regelmäßig auf einen Donnerstag, gelegentlich auch auf einen Sonntag. Der Gedenktag steht also im Kalender an einem Datum, frei ist aber ein anderer Tag. Ein Beispiel aus dem laufenden Jahr: Der Jahrestag im Juni wurde per Regierungsbeschluss auf den folgenden Donnerstag verlegt. In der Übersicht einer europäischen Botschaft findet sich dasselbe Muster beim Tag der Streitkräfte, der an einem anderen Tag begangen wird als dem, an dem er im Kalender steht.
Für Sie heißt das zweierlei. Erstens: Ein Datum aus einer Liste sagt nichts darüber, wann tatsächlich Betrieb herrscht. Zweitens: Der verlegte Tag erzeugt häufig ein langes Wochenende, und ein langes Wochenende ist an diesem Ort der zuverlässigste Grund für volle Wege.
Prüfen Sie deshalb nicht die Feiertagsliste, sondern die kurzfristige Ankündigung, und rechnen Sie damit, dass sie erst wenige Wochen vorher kommt.
Eine Folge davon betrifft das Geld und wird regelmäßig übersehen. An staatlichen Feiertagen haben Banken und Wechselstuben geschlossen. Da am Gelände an mehreren Stellen kleine Beträge in bar anfallen und Automaten leer laufen können, wenn tagelang nicht nachgefüllt wird, sollten Sie vor einem längeren Feiertagsblock mit ausreichend Kleingeld starten. Das gilt besonders vor den mehrtägigen Eid-Festen, und es ist der Punkt, an dem ein sonst gut geplanter Tag an einer Kleinigkeit hängt.
Zu den Besuchszeiten im Fastenmonat selbst gibt es dagegen eine Entwarnung, die einer verbreiteten Annahme widerspricht. Angekündigt werden sie jedes Jahr eigens, und im letzten dokumentierten Fall schloss das Plateau später als andere Häuser derselben Verwaltung und nicht früher. Übernehmen sollten Sie die Zeiten des Vorjahres trotzdem nicht.
Die vier Zeiträume und ihre Wirkung
Sortiert nach dem, was Sie am Gelände merken. Geschlossen ist an keinem dieser Tage.
| Zeitraum | Andrang am Gelände | Was ringsum anders ist | Was daraus folgt |
|---|---|---|---|
| Fastenmonat, tagsüber | spürbar geringer als sonst | Viele Lokale tagsüber zu, Ämter mit kürzeren Zeiten | Die beste Zeit für einen ruhigen Besuch, wenn Sie die Verpflegung selbst regeln |
| Fastenmonat, letzte Stunde vor Sonnenuntergang | leert sich schnell | Der dichteste Verkehr des Jahres, danach fast leere Straßen | Fahrten in diese Stunde legen ist der teuerste Planungsfehler |
| Die beiden Eid-Feste | sehr hoch, mehrere Tage lang | Verkehrsmittel und Unterkünfte früh ausgebucht | Früh buchen oder ausweichen; die Stätten füllen sich mit einheimischen Familien |
| Frühlingsfest und staatliche Feiertage | hoch, an einem einzelnen Tag | Ämter und Banken geschlossen, Ausflugsverkehr | Wer die Wahl hat, verlegt den Besuch um einen Tag |
- Andrang am Gelände
- spürbar geringer als sonst
- Was ringsum anders ist
- Viele Lokale tagsüber zu, Ämter mit kürzeren Zeiten
- Was daraus folgt
- Die beste Zeit für einen ruhigen Besuch, wenn Sie die Verpflegung selbst regeln
- Andrang am Gelände
- leert sich schnell
- Was ringsum anders ist
- Der dichteste Verkehr des Jahres, danach fast leere Straßen
- Was daraus folgt
- Fahrten in diese Stunde legen ist der teuerste Planungsfehler
- Andrang am Gelände
- sehr hoch, mehrere Tage lang
- Was ringsum anders ist
- Verkehrsmittel und Unterkünfte früh ausgebucht
- Was daraus folgt
- Früh buchen oder ausweichen; die Stätten füllen sich mit einheimischen Familien
- Andrang am Gelände
- hoch, an einem einzelnen Tag
- Was ringsum anders ist
- Ämter und Banken geschlossen, Ausflugsverkehr
- Was daraus folgt
- Wer die Wahl hat, verlegt den Besuch um einen Tag
Scham en-Nessim, der Tag ohne Reiseführer
Bleibt der Tag, der in keinem Reiseführer steht und für diesen Ort der bezeichnendste ist: das Frühlingsfest, auf Arabisch Scham en-Nessim, wörtlich das Riechen der Brise.
Es fällt auf den Montag nach dem koptischen Osterfest, ist ein staatlicher Feiertag und wird von Musliminnen und Kopten gleichermaßen begangen. Sein Ursprung liegt nicht in einer der beiden Religionen, sondern im pharaonischen Ägypten; die Überlieferung reicht bis ins Alte Reich zurück, also in genau die Zeit, in der die Bauwerke entstanden, vor denen heute gefeiert wird. Begangen wird es im Freien, mit Picknick, gefärbten Eiern, Frühlingszwiebeln und gesalzenem Fisch.
Für einen Besuch heißt das: Es ist der vollste einzelne Tag des Jahres an offenen Anlagen, weil das ganze Land nach draußen geht. Wer Ruhe sucht, verlegt den Besuch. Wer sehen möchte, wie dieser Ort für die Menschen aussieht, die hier leben, wählt genau diesen Tag, und zwar bewusst.
Was im Ramadan dagegen zählt, ist weniger der Andrang als der Takt. Tagsüber ist es am Gelände ruhiger als sonst. Ab dem späten Nachmittag kippt das Bild: Der Verkehr verdichtet sich zur schlimmsten Stunde des Jahres, und mit dem Fastenbrechen leeren sich die Straßen schlagartig. Wer das weiß, plant die Rückfahrt entweder deutlich davor oder eine halbe Stunde danach, und kommt dann schneller durch als an jedem gewöhnlichen Abend.
Für Familien mit Kindern lohnt eine Umkehrung dieser Überlegung. An den Festtagen sind die Flächen voller, aber die Stimmung ist eine andere als an gewöhnlichen Tagen: Es wird gepicknickt, gespielt und fotografiert, und ausländische Gäste fallen in dieser Menge weniger auf als sonst. Wer mit dem Andrang leben kann, erlebt an diesen Tagen den entspanntesten Umgang mit Verkäufern und Anbietern des ganzen Jahres, weil deren Aufmerksamkeit sich auf sehr viel mehr Menschen verteilt.
Und ein Hinweis zum Umgang, der nichts kostet: Essen und Trinken in der Öffentlichkeit sind im Fastenmonat tagsüber unüblich. Am Gelände selbst trinkt niemand etwas dabei, zumal bei Hitze das Trinken ohnehin nötig bleibt; ein bisschen Zurückhaltung in Warteschlangen und Fahrzeugen ist trotzdem die freundlichere Variante.
Häufige Fragen
Ist das Gelände im Ramadan geschlossen?
Nein. Es ist an sieben Tagen der Woche geöffnet, auch im Fastenmonat und an staatlichen Feiertagen.
Sind die Öffnungszeiten im Ramadan kürzer?
Nicht zwangsläufig. Im letzten dokumentierten Fall schloss das Plateau später als andere Häuser. Angekündigt wird jedes Jahr neu.
Wann ist es am vollsten?
An den Eid-Festen über mehrere Tage und am Frühlingsfest nach dem koptischen Ostern an einem einzelnen Tag.
Warum stimmt das Datum in meiner Feiertagsliste nicht?
Weil staatliche Feiertage häufig auf einen Donnerstag verlegt werden. Frei ist dann ein anderer Tag als der im Kalender.
Kann ich im Ramadan tagsüber essen und trinken?
Erlaubt ist es, üblich nicht. Bei Hitze sollten Sie trotzdem trinken; etwas Zurückhaltung in der Öffentlichkeit ist angemessen.
Wann ist der Verkehr im Ramadan am schlimmsten?
In der Stunde vor Sonnenuntergang. Unmittelbar nach dem Fastenbrechen sind die Straßen dagegen ungewöhnlich leer.
