Sakkara, Dahschur und Abusir werden meist als Ausflugsziele behandelt, als Zugabe für einen zweiten Tag. Das verkennt, worum es dort geht.
Wer nach der Pyramide von Sakkara sucht, sucht meist nach der ältesten von allen, und trifft damit genau den Anfang dieser Reihe. Diese Felder liegen südlich von Gizeh am selben Wüstenrand, und zusammen ergeben sie eine Reihe. Am Anfang steht ein gestufter Turm, dann ein Versuch, der schiefging, dann ein gelungener zweiter Anlauf, dann Gizeh, dann etwas deutlich Kleineres. Der ganze Vorgang dauert etwa hundertfünfzig Jahre, und das Bauwerk, das die meisten Menschen als Sinnbild Ägyptens kennen, steht in der Mitte davon.
Das ist der eigentliche Grund hinzufahren, und er ist stärker als jedes Argument über Andrang oder Eintrittspreise. Wer nur Gizeh sieht, sieht ein Ergebnis ohne Vorgeschichte. Wer die Reihenfolge kennt, sieht am Plateau etwas anderes: nicht ein Wunder, sondern den Punkt, an dem eine Bauaufgabe zum ersten Mal vollständig beherrscht wurde.
Diese Seite geht die Reihe der Reihe nach durch, mit dem Praktischen an der jeweils passenden Stelle, und sie sagt am Ende, welches der Felder sich wirklich lohnt und welches nicht.
Eines vorweg zur Anfahrt, weil es die Planung bestimmt: Öffentliche Verkehrsmittel gibt es dorthin nicht. Alle drei Felder liegen abseits, verbunden durch die Wüstenstraße südlich von Gizeh, und ohne Fahrzeug kommen Sie nicht hin und vor allem nicht zurück. Das ist der Grund, warum diese Orte fast ausschließlich als Tagesausflug verkauft werden, und nicht etwa mangelnde Nachfrage.





Tagesausflug mit Gizeh, Sakkara und Dahschur
- Enthält genau die Kombination, für die diese Seite argumentiert, also Dahschur statt einer weiteren Stadtstation
- Der Eintritt auf das Gizeh-Gelände ist enthalten, ebenso die Abholung an der Unterkunft
- Rund sieben Stunden, deutschsprachige Führung möglich
- Klären Sie vor der Buchung, welche Sakkara-Tickets enthalten sind, besonders das Serapeum
Die Entwicklungsreihe in fünf Schritten
- Sakkara, um 2650 v. Chr.
Die Stufenpyramide des Djoser. Sechs übereinandergesetzte Ebenen, das älteste monumentale Steinbauwerk der Welt. Noch keine Pyramide im heutigen Sinn, sondern ein gestufter Turm.
- Meidum, danach
Der erste Versuch, die Stufen zu einer glatten Fläche aufzufüllen. Was heute dort steht, ist ein Turm in einem Schuttberg.
- Dahschur, erster Anlauf
Die Knickpyramide. Der Neigungswinkel wurde während des Baus geändert, weshalb sie oben flacher ansteigt als unten.
- Dahschur, zweiter Anlauf
Die Rote Pyramide. Die erste geglückte Pyramide mit durchgehend glatten Flächen, gebaut vom selben Bauherrn.
- Gizeh, um 2560 v. Chr.
Die Cheops-Pyramide, gebaut vom Sohn desselben Bauherrn. Der Höhepunkt der Reihe, nicht ihr Anfang.
- Abusir, 5. Dynastie
Deutlich kleinere Pyramiden, dafür aufwendige Tempelanlagen. Der Ehrgeiz verlagerte sich von der Masse auf die Ausstattung.
Sakkara: der Anfang, und die Ticketfrage
Der Anfang steht in Sakkara, und er ist älter, als die meisten annehmen.
Die Stufenpyramide des Djoser entstand rund neunzig Jahre vor der Cheops-Pyramide. Sie besteht aus sechs übereinandergesetzten Ebenen und ist im Kern eine gestapelte Mastaba, also die Weiterentwicklung einer flachen Grabform, die es schon vorher gab. Wer sie gesehen hat, versteht die Bauwerke in Gizeh anders, weil er die Zwischenstufe kennt.
Praktisch ist Sakkara der anspruchsvollste der drei Orte, und zwar wegen der Tickets. Die amtliche Übersicht führt nicht ein Ticket, sondern eine ganze Reihe: für das Areal, für die Djoser-Pyramide, für einzelne Gräber, für das Serapeum, dazu ein umfassendes Kombiticket, das ein Vielfaches des einfachen Arealtickets kostet. Wenn ein Ausflugsprogramm den Eintritt für Sakkara nennt, ist damit fast nie alles gemeint.
Das Serapeum ist dabei der Bereich, der am häufigsten fehlt. Es sind unterirdische Galerien mit den Sarkophagen der Apis-Stiere, und es ist der eindrucksvollste Teil der Anlage. Fragen Sie vor der Buchung ausdrücklich danach, statt es vorauszusetzen.
Und eine Zeitangabe, die den Tag bestimmt: Sakkara schließt nach amtlicher Angabe um sechzehn Uhr, eine Stunde früher als Dahschur. Wer beides an einem Tag vorhat, fährt deshalb zuerst nach Sakkara.

Dahschur: Scheitern und Gelingen nebeneinander
Dahschur ist der Ort, an dem die Entwicklung sichtbar wird, weil dort Scheitern und Gelingen nebeneinanderstehen.
Die Altertümerverwaltung beschreibt den Vorgang in bemerkenswerter Offenheit. Nach ihrer Darstellung des Feldes wählte Snofru, der erste König der vierten Dynastie, das Felsplateau von Dahschur für seine erste Pyramide, um mit der Djoser-Pyramide in Sakkara zu wetteifern, scheiterte jedoch daran, sie zu vollenden. Aus diesem ersten Versuch wurde eine geknickte Form, und in einiger Entfernung errichtete er dann eine vollständige Pyramide, die Rote Pyramide.
Damit steht dort in wenigen hundert Metern Abstand das Lehrstück: ein Bauwerk, dessen Neigung während der Arbeit geändert werden musste, und daneben die erste Pyramide der Geschichte mit durchgehend glatten Flächen. Der Bauherr dieser beiden war der Vater des Bauherrn von Gizeh. Nach den gängigen Volumenschätzungen ließ er insgesamt mehr Steinmasse aufschichten als sein Sohn, nur eben verteilt auf mehrere Anläufe.
Für Besucher ist Dahschur aus einem zweiten Grund interessant: Beide großen Pyramiden sind begehbar, der Eintritt liegt weit unter dem in Gizeh, und es sind kaum Menschen dort. Wer den Innenraum in Gizeh wegen Andrang, Kontingent oder Preis auslässt, bekommt hier dieselbe Erfahrung unter angenehmeren Bedingungen. Das Feld ist täglich bis siebzehn Uhr geöffnet.
Neben den beiden bekannten stehen dort übrigens weitere Pyramiden aus dem Mittleren Reich, darunter die Schwarze Pyramide, deren Spitze heute im Museum liegt. Sie sind in schlechtem Zustand und erklären nebenbei, warum von manchen Bauwerken kaum etwas übrig ist.
Meidum und Abusir
Ein vierter Ort gehört der Vollständigkeit halber dazu, auch wenn ihn kaum jemand besucht: Meidum, deutlich weiter südlich. Dort steht heute ein dreistufiger Turm, umgeben von einem Berg aus Schutt. Ob der Mantel während des Baus oder erst lange danach abging, ist umstritten. Für die Reihe ist der Ort trotzdem wichtig, weil er zeigt, dass der Schritt von der Stufenform zur glatten Fläche kein selbstverständlicher war. Als Ausflugsziel lohnt er nur für Reisende, die diese Baugeschichte gezielt verfolgen; die Fahrt ist lang und es gibt vor Ort wenig außer dem Bauwerk selbst.
Bleibt Abusir, und hier fällt die Auskunft anders aus als bei den beiden anderen.
Abusir ist das Feld der fünften Dynastie, also der Zeit nach Gizeh. Die Pyramiden dort sind deutlich kleiner und schlechter erhalten, weil mit geringerem Aufwand gebaut wurde. Interessant ist der Ort trotzdem, denn was an Masse eingespart wurde, ging in die Ausstattung: In die Tempelanlagen, in Reliefs, in eine Verwaltung, von der Papyrusarchive erhalten sind. Die Reihe endet also nicht mit einem Abbruch, sondern mit einer Verlagerung.
Praktisch gilt allerdings eine Einschränkung, die man vor der Planung kennen sollte. Abusir taucht in der Liste der Grabungsstätten der Altertümerverwaltung nicht auf; Abrufe unter mehreren Schreibweisen liefen ins Leere. Das Feld gehört damit nicht zum üblichen Besucherbetrieb, und Beschreibungen einzelner Anbieter, die einen Besuch anbieten, lassen sich an keiner amtlichen Angabe prüfen. Wenn Sie hin möchten, klären Sie den Zugang vorher, statt vor einem verschlossenen Gelände zu stehen.
Wissenschaftlich ist der Ort dagegen bestens dokumentiert. Das Tschechische Institut für Ägyptologie der Karls-Universität Prag gräbt dort seit Jahrzehnten und veröffentlicht laufend. Wer sich für das interessiert, was nach Gizeh kam, findet dort mehr als in jedem Reiseführer.
Die drei Felder im Vergleich
Nach dem geordnet, was für die Entscheidung zählt: Zugang, Aufwand und Ertrag.
| Feld | Geöffnet | Begehbar | Andrang | Warum hinfahren |
|---|---|---|---|---|
| Sakkara | täglich bis 16 Uhr | Djoser-Pyramide, Gräber und Serapeum, jeweils mit eigenem Ticket | spürbar, aber weit unter Gizeh | Der Anfang der Reihe und das älteste Steinbauwerk der Welt |
| Dahschur | täglich bis 17 Uhr | Knickpyramide und Rote Pyramide, beide zugänglich | gering | Scheitern und Gelingen nebeneinander, Innenräume ohne Gedränge |
| Abusir | nicht amtlich ausgewiesen | vorab zu klären | kaum Publikum | Was nach Gizeh kam, wenn der Zugang möglich ist |
- Geöffnet
- täglich bis 16 Uhr
- Begehbar
- Djoser-Pyramide, Gräber und Serapeum, jeweils mit eigenem Ticket
- Andrang
- spürbar, aber weit unter Gizeh
- Warum hinfahren
- Der Anfang der Reihe und das älteste Steinbauwerk der Welt
- Geöffnet
- täglich bis 17 Uhr
- Begehbar
- Knickpyramide und Rote Pyramide, beide zugänglich
- Andrang
- gering
- Warum hinfahren
- Scheitern und Gelingen nebeneinander, Innenräume ohne Gedränge
- Geöffnet
- nicht amtlich ausgewiesen
- Begehbar
- vorab zu klären
- Andrang
- kaum Publikum
- Warum hinfahren
- Was nach Gizeh kam, wenn der Zugang möglich ist
Öffnungszeiten nach den amtlichen Seiten der Altertümerverwaltung, Stand August 2026. Für Abusir führt die Verwaltung keine Seite.
Die Entwicklung der Pyramidenform zum Nachlesen
Diese Seite behandelt eine Baugeschichte von rund anderthalb Jahrhunderten in wenigen Absätzen. Wer die Reihenfolge vorher versteht, sieht vor Ort mehr, und dafür sind Gesamtdarstellungen zur Baugeschichte des Alten Reiches die naheliegende Vorbereitung.
Häufige Fragen
Welches Feld lohnt sich am meisten?
Sakkara für das Verständnis, Dahschur für das Erlebnis. Wer nur eines schafft, nimmt Sakkara.
Sind die Pyramiden dort begehbar?
In Dahschur ja, beide großen, und ohne Gedränge. In Sakkara gibt es eigene Tickets für Pyramide, Gräber und Serapeum.
Was ist älter, Sakkara oder Gizeh?
Sakkara. Die Stufenpyramide entstand rund neunzig Jahre vor der größten Pyramide von Gizeh.
Kann ich Abusir besuchen?
Die Altertümerverwaltung führt das Feld nicht in ihrer Liste der Grabungsstätten. Klären Sie den Zugang vorher.
Passt alles an einen Tag?
Gizeh, Sakkara und Dahschur sind ein voller Tag. Fahren Sie zuerst nach Sakkara, weil es früher schließt.
Warum steht in Meidum nur ein Turm?
Weil dort der erste Versuch misslang, die Stufen zu einer glatten Fläche aufzufüllen. Der Mantel liegt als Schutt ringsum.
Touren, die Sakkara mitnehmen
Fünfzehn Angebote nennen Sakkara, zehn davon mit belastbarer Rückmeldung. Fast alle verbinden es mit Gizeh und Memphis am selben Tag, was die Fahrzeit erklärt.

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Achten Sie auf die Tickets: Sakkara hat eine eigene Preisliste mit bis zu sieben Positionen, und ein Kombiticket deckt weder das Serapeum noch die Djoser-Pyramide ab. Was im Tourpreis enthalten ist, steht in der Beschreibung des Anbieters. Gezeigt sind 6 von 15 Angeboten. Bewertungen, Preise und Verfuegbarkeit laut GetYourGuide, abgerufen am 2026-09-03. Preise in Euro; „ab“ ist der niedrigste Einstiegspreis des Anbieters.
