Sphinx von Gizeh Frontalansicht, Profil und Luftbild

Von welcher Stelle welche Ansicht entsteht, wann das Licht stimmt, warum die Pyramide dahinter verwechselt wird und weshalb Luftbilder nicht gelingen.

Wer Fotos vom Sphinx in Gizeh sucht, findet fast immer dieselbe Einstellung: von vorn, leicht erhöht, mit einer Pyramide über der linken Schulter. Das hat einen banalen Grund. Von dieser Stelle aus dürfen Besucher fotografieren, und von den meisten anderen nicht.

Die Figur sitzt in einer ausgehobenen Grube und ist rundum abgesperrt. Der Zugang endet auf einer Terrasse an der Nordostecke, unmittelbar neben dem Tempel davor. Alles, was Sie an Bildern selbst machen können, entsteht in einem Winkel von vielleicht sechzig Grad um diesen Punkt herum. Die Vielfalt der Perspektiven im Netz stammt zum großen Teil aus Sondergenehmigungen, aus Archiven oder aus der Luft.

Diese Seite ordnet die Ansichten danach, wie sie zustande kommen: welche Sie selbst aufnehmen können, welche nur aus der Entfernung gehen und welche gar nicht.

Die Ansichten und wo sie entstehen

Der Sphinx frontal von der Besucherterrasse aus
Die Standardansicht. Von der Terrasse an der Nordostecke, dem einzigen Punkt mit freiem Blick auf das Gesicht.
Der Sphinx im Profil von Süden mit langgestrecktem Körper
Das Profil zeigt, was die Frontalansicht verbirgt: einen 73 Meter langen Körper.
Nahaufnahme des Gesichts mit Kopftuch und Bruchkante der Nase
Der Kopf aus der Distanz herangeholt. Näher als etwa hundert Meter kommt niemand.
Senkrechte Luftaufnahme von Sphinx, Tempel und Grube
Von oben wird die Anlage lesbar: die Grube, der Tempel davor, der Aufweg dahinter.
Der Sphinx klein im Vordergrund vor der mittleren Pyramide
Die berühmte Staffelung. Die Pyramide dahinter ist nicht die größte, sondern die mittlere.
Historische Aufnahme des bis zum Hals versandeten Sphinx
So sah der Ort über den größten Teil seiner Geschichte aus: nur Kopf und Schultern über dem Sand.

Nahaufnahme und Seitenansicht

Zwei Ansichten verlangen etwas mehr als Hinstellen und Auslösen.

Für eine Nahaufnahme des Sphinx von Gizeh brauchen Sie Brennweite. Vom Terrassenrand bis zum Kopf sind es rund hundert Meter, und die Absperrung lässt sich nicht unterlaufen. Mit einem Telebereich ab etwa zweihundert Millimetern füllt der Kopf das Bild. Mit einem Handy bekommen Sie einen Ausschnitt, der beim Vergrößern auseinanderfällt. Das ist der häufigste Grund für Enttäuschung vor Ort.

Die Sphinx von Gizeh Seitenansicht ist die zweite Herausforderung, weil sie einen Standort südlich der Grube verlangt. Der Weg dorthin führt oberhalb der Geländekante entlang, und je nach Absperrung ist die Sicht teilweise verstellt. Wenn sie frei ist, lohnt sie sich: Erst im Profil wird deutlich, dass es sich um einen ausgestreckten Löwenkörper handelt und nicht um einen Kopf mit Sockel.

Und dann die Sache mit der Pyramide im Hintergrund. Auf der klassischen Aufnahme scheint die Figur unmittelbar vor einem der großen Bauwerke zu sitzen. Tatsächlich liegen mehrere hundert Meter dazwischen, und das Bauwerk ist nicht das größte, sondern das mittlere. Die Staffelung entsteht durch Teleaufnahme aus größerer Entfernung, nicht durch Nähe.

GetYourGuide

Plateau-Eintritt als QR-Code auf dem Handy

Die Terrasse und der Weg oberhalb der Grube liegen im normalen Ticketbereich. Am Sphinx-Tor selbst gibt es keine Kasse.

ab 14 €
Ansehen

Welche Ansicht wann und womit

Die Figur blickt exakt nach Osten. Daraus ergibt sich der ganze Tagesablauf für Bilder.

AnsichtStandortBeste ZeitWas Sie brauchen
FrontalTerrasse an der NordosteckeVormittag, Sonne im Gesicht der FigurWeitwinkel bis Normalbrennweite
ProfilSüdlich oberhalb der GrubeSpäter Nachmittag, Streiflicht auf der FlankeNormalbrennweite
Kopf nahTerrasseVormittagTele ab etwa 200 mm
Mit Pyramide dahinterWeiter östlich, unterhalb der KanteSpäter NachmittagTele, für die Staffelung
Aus der LuftNicht selbst möglichEntfälltArchivmaterial oder Lizenzbild
Frontal
Standort
Terrasse an der Nordostecke
Beste Zeit
Vormittag, Sonne im Gesicht der Figur
Was Sie brauchen
Weitwinkel bis Normalbrennweite
Profil
Standort
Südlich oberhalb der Grube
Beste Zeit
Später Nachmittag, Streiflicht auf der Flanke
Was Sie brauchen
Normalbrennweite
Kopf nah
Standort
Terrasse
Beste Zeit
Vormittag
Was Sie brauchen
Tele ab etwa 200 mm
Mit Pyramide dahinter
Standort
Weiter östlich, unterhalb der Kante
Beste Zeit
Später Nachmittag
Was Sie brauchen
Tele, für die Staffelung
Aus der Luft
Standort
Nicht selbst möglich
Beste Zeit
Entfällt
Was Sie brauchen
Archivmaterial oder Lizenzbild

Vormittags steht die Sonne vor der Figur und beleuchtet das Gesicht. Nachmittags steht sie dahinter, und das Gesicht liegt im Schatten.

Die Luftaufnahme führt zu Ärger

Die Sphinx von Gizeh Luftaufnahme verdient einen eigenen Absatz, weil sie regelmäßig zu Ärger führt.

Der Betrieb von Drohnen ist in Ägypten grundsätzlich untersagt. Schon die Einfuhr ohne vorherige Genehmigung der Zivilluftfahrtbehörde ist ein Problem: Das Auswärtige Amt weist ausdrücklich darauf hin, dass Geräte am Flughafen beschlagnahmt werden und Geldstrafen oder Festnahmen drohen. Für archäologische Stätten gelten zusätzlich eigene Vorschriften, sodass selbst eine allgemeine Genehmigung dort nicht weiterhilft.

Praktisch heißt das: Jede Luftaufnahme, die Sie sehen, stammt aus einer genehmigten Befliegung, aus einem Hubschrauber oder aus einem Archiv. Selbst herstellen lässt sie sich nicht, und der Versuch endet im besten Fall mit einem fehlenden Gerät.

Wer die Anlage von oben verstehen will, ohne Bildrechte zu klären, hat trotzdem eine Möglichkeit: Vom höher gelegenen Gelände im Westen aus blickt man schräg über die Grube und sieht zumindest, wie Figur, Tempel und Aufweg zusammenhängen.

Der Sphinx im 19. Jahrhundert, bis zu den Schultern im Sand
Der Sphinx heute, vollständig freigelegt in seiner Grube
Dieselbe Figur, rund hundert Jahre auseinander. Der Sand war über Jahrtausende der Normalzustand.

Für alle, die keine eigenen Aufnahmen brauchen, sondern echte Fotos vom Sphinx von Gizeh als Vorlage suchen, etwa zum Zeichnen oder Modellieren: Die beste Quelle sind Grabungsarchive, nicht Bilddatenbanken.

Die Universität Harvard unterhält das umfangreichste digitale Archiv zum Plateau, aufgebaut aus über hundert Jahren Grabungsdokumentation. Dort finden sich Aufnahmen aus Winkeln, die heute niemand mehr bekommt: aus der Grube heraus, vom Rücken der Figur, aus der Zeit vor den Absperrungen. Für eine Rekonstruktion ist das brauchbarer als jedes aktuelle Reisefoto.

Zwei Hinweise dazu. Historische Aufnahmen zeigen einen anderen Erhaltungszustand, weil seither restauriert wurde, besonders an Pranken und Sockel. Und die Beleuchtung in Archivbildern ist oft hart und mittags, weil Plattenkameras Licht brauchten. Wer eine Vorlage sucht, sollte beides mitdenken.

GetYourGuide

Privater Tag mit Gelände und Großem Ägyptischem Museum

★ 4,7(280 Bewertungen)
  • Sieben Stunden privat, also Standzeit an den Punkten, an denen die Staffelung funktioniert
  • Deutschsprachige Führung, Abholung, Geländeeintritt und Mittagessen sind enthalten
  • Kein Fotopaket: Ausrüstung und Brennweiten bringen Sie selbst mit
  • Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vor Beginn
Stand: August 2026Absperrungen, zugängliche Wege rund um die Grube und die Einfuhrregeln für Drohnen ändern sich. Vor der Reise prüfen.