Ein Panorama der Pyramiden von Gizeh ist weniger eine Frage der Kamera als eine Frage der Entfernung. Und diese Entfernung müssen Sie sich aussuchen, denn beides zusammen gibt es nicht.
Aus der Nähe wirkt die Masse. Ein Bauwerk mit einer Grundkante von über zweihundertdreißig Metern füllt aus fünfzig Metern Abstand das gesamte Blickfeld, und genau dieser Eindruck ist der Grund, warum Menschen hierherkommen. Nur passt daneben dann nichts mehr ins Bild. Aus der Ferne stimmt dafür die Anordnung: die Staffelung der drei Bauwerke, ihre Größenverhältnisse, die Linie, in der sie stehen. Der Preis dafür ist, dass die Masse zur Silhouette schrumpft.
Deshalb gibt es nicht den einen richtigen Standpunkt, sondern eine Handvoll, die verschiedene Dinge zeigen. Drei liegen innerhalb der Umzäunung, zwei außerhalb, und der letzte davon überrascht die meisten.
Wo die Standpunkte liegen
- Panoramapunkt im SüdwestenInnerhalb, erste Haltestelle des Shuttles nach dem Haupteingang.
- Dünenkamm südlich der dritten PyramideInnerhalb, weiter draußen, weicher Sand, dort auch das Restaurant auf dem Rücken.
- Aussichtsterrasse am SphinxInnerhalb, ganz im Osten, direkt am dortigen Tor.
- Dächer im Viertel östlich der UmzäunungAußerhalb, Blickrichtung nach Westen, über die Wohnhäuser hinweg.
- Fensterfront im Großen Ägyptischen MuseumAußerhalb, rund zwei Kilometer nordwestlich, Blickrichtung Südost.
Das Gelände fällt nach Osten hin ab. Wer nach Westen und Südwesten geht, gewinnt Höhe und damit Übersicht.
Drei Stellen auf dem Gelände
Innerhalb des Geländes sind es drei Stellen, und sie sind seit der Neuordnung geordnet erreichbar: Der elektrische Shuttle fährt sie an, private Fahrzeuge dürfen nicht mehr hinein.
Der bekannteste ist der Panoramapunkt im Südwesten, die erste Haltestelle nach dem Haupteingang. Von dort passen die drei großen Bauwerke nebeneinander ins Bild, und deshalb stammt praktisch jede Postkarte von dieser Stelle.
Wer weitergeht, erreicht den Dünenkamm südlich der dritten Pyramide. Dort erweitert sich der Panoramablick auf das Gizeh-Plateau um die kleineren Nebenpyramiden, sodass je nach Zählweise bis zu neun Bauwerke gleichzeitig zu sehen sind. Der Weg führt über weichen Sand, und genau hier setzt regelmäßig das Angebot an, die Strecke reitend zurückzulegen. Wie weit man dort zu Fuß gehen darf, wird unterschiedlich gehandhabt; maßgeblich ist die Aufsicht am Panoramapunkt.
Die dritte Stelle liegt am anderen Ende, ganz im Osten: die erhöhte Terrasse am Sphinx. Sie leistet etwas, das kein Standpunkt in der Wüste kann, nämlich zwei völlig verschiedene Bauwerke in eine einzige Achse zu bringen.





Ganztagestour zu Plateau, Sphinx und Großem Ägyptischen Museum
- Deckt beide Enden dieser Seite ab, die Standpunkte auf dem Gelände und den Blick aus der Entfernung
- Sieben bis acht Stunden mit deutschsprachiger Führung, Abholung und Mittagessen
- Der Plateau-Eintritt ist enthalten, der Innenraum einer Pyramide ausdrücklich nicht
- Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vor Beginn
Die Standpunkte im Vergleich
Fünf Stellen, fünf verschiedene Bilder. Die Spalte zum Ticket entscheidet oft schon die Auswahl.
| Standpunkt | Voraussetzung | Was im Bild ist | Beste Zeit |
|---|---|---|---|
| Panoramapunkt, Südwesten | Plateau-Eintritt | Die drei großen Bauwerke gestaffelt | Früher Vormittag |
| Dünenkamm im Süden | Plateau-Eintritt | Bis zu neun Bauwerke, je nach Zählweise | Vormittag |
| Terrasse am Sphinx, Osten | Plateau-Eintritt | Sphinx mit der zweiten Pyramide dahinter | Erste Stunde nach Öffnung |
| Dächer im Viertel östlich | Kein Plateau-Eintritt | Bauwerke über den Wohnhäusern | Später Nachmittag |
| Fensterfront im Museum | Museumseintritt | Alle drei aus der Ferne, im Innenraum | Ganztägig, wetterunabhängig |
- Voraussetzung
- Plateau-Eintritt
- Was im Bild ist
- Die drei großen Bauwerke gestaffelt
- Beste Zeit
- Früher Vormittag
- Voraussetzung
- Plateau-Eintritt
- Was im Bild ist
- Bis zu neun Bauwerke, je nach Zählweise
- Beste Zeit
- Vormittag
- Voraussetzung
- Plateau-Eintritt
- Was im Bild ist
- Sphinx mit der zweiten Pyramide dahinter
- Beste Zeit
- Erste Stunde nach Öffnung
- Voraussetzung
- Kein Plateau-Eintritt
- Was im Bild ist
- Bauwerke über den Wohnhäusern
- Beste Zeit
- Später Nachmittag
- Voraussetzung
- Museumseintritt
- Was im Bild ist
- Alle drei aus der Ferne, im Innenraum
- Beste Zeit
- Ganztägig, wetterunabhängig
Über die Entfernung entscheidet der Dunst. An klaren Wintertagen trägt der Blick vom Museum bis zu den Bauwerken problemlos, an staubigen Frühjahrstagen kann er sich auflösen.
Außerhalb der Umzäunung
Außerhalb der Umzäunung ändert sich der Charakter des Bildes vollständig, und zwar in beide Richtungen.
Die Dächer im Viertel östlich des Geländes liefern die Ansicht, die dieser Ort tatsächlich hat: Wohnhäuser, Satellitenschüsseln, Wäscheleinen, und dahinter viereinhalbtausend Jahre. Dafür brauchen Sie kein Ticket, sondern ein langes Objektiv und die Bereitschaft, sich auf eine Terrasse zu setzen.
Ein Wüstenpanorama an der Cheops-Pyramide, also die Ansicht ganz ohne Stadt, ist von außen dagegen kaum zu bekommen. Der Grund ist einfach: Die Stadt reicht im Osten und Norden bis an den Zaun. Wer die Bauwerke einsam in der Wüste sehen will, muss nach Westen oder Südwesten blicken, und das geht zuverlässig nur von innen. Die berühmte Leere auf den Bildern ist deshalb kein Zufall, sondern eine Blickrichtung.
Der überraschendste Standpunkt liegt im Museum
Bleibt der überraschende Standpunkt, und er liegt gar nicht auf dem Gelände.
Das Große Ägyptische Museum steht rund zwei Kilometer nordwestlich. Am oberen Ende seiner sechsgeschossigen Treppe, an der über sechzig Statuen, Säulen und Sarkophage aufgereiht sind, endet der Weg an einer raumhohen Glaswand, und dahinter stehen die drei Pyramiden. Das ist kein Zufall des Grundrisses. Das Haus wurde entlang von Achsen auf die drei Bauwerke hin geplant, und die Fensterfront ist die Stelle, an der diese Ausrichtung für Besucher sichtbar wird.
Praktisch ist dieser Panoramablick auf die Pyramiden von Gizeh der einzige, der klimatisiert ist, stufenlos erreichbar und vom Wetter unabhängig. Im Hochsommer, wenn der Weg über offenen Sand zur Belastung wird, ist das kein Trostpreis, sondern ein Argument.
Auf dem Gelände selbst gibt es dazu eine Entsprechung. Das erste Restaurant, das je auf dem Plateau eröffnet hat, sitzt genau auf dem Dünenrücken mit dem weitesten Blick, und sein Name zählt die Bauwerke, die von dort zu sehen sind. Auch das ist ein Standpunkt, nur mit Stuhl.

Der Blick, den diese Seite beschreibt, ist abends von einem Dach im östlichen Viertel am besten, und zwar von außerhalb der Umzäunung: Das Gelände schließt um sechzehn Uhr, die Bauwerke stehen danach noch stundenlang im letzten Licht. Drei Häuser mit genau dieser Ausrichtung:
Am SphinxGiza Pyramids View Inn
- Gutes Frühstück
- Flughafenshuttle
- Zwei Restaurants
- 24-Stunden-Rezeption
- Kostenloses WLAN
Wer den Sphinx aus dem Frühstücksstuhl sehen will
MeistbewertetGreat Pyramid Inn
- Fabelhaftes Frühstück
- Dachterrassen-Restaurant
- Bar
- Flughafenshuttle
- 24-Stunden-Rezeption
Die meisten, die im Viertel übernachten wollen
Garten & PoolMarriott Mena House
- Hervorragendes Frühstück
- Außenpool
- Spa und Wellnesscenter
- Drei Restaurants
- Fitnesscenter
Wer Platz, Garten und Pool statt Dachterrasse sucht
Häufige Fragen
Welcher Aussichtspunkt an den Pyramiden von Gizeh ist der beste?
Das hängt vom gewünschten Bild ab. Für die Staffelung der drei Bauwerke der Panoramapunkt, für die größte Zahl sichtbarer Pyramiden der Dünenkamm, für Sphinx und Pyramide in einer Achse die Terrasse im Osten.
Kostet der Panoramapunkt extra?
Nein. Die Aussichtsstellen und die Fahrt mit dem Shuttle sind im Eintritt für das Gelände enthalten, den die amtliche Übersicht der Altertümerverwaltung ausweist. Wer Ihnen dort ein gesondertes Ticket verkaufen will, verkauft Ihnen nichts.
Sieht man die Pyramiden auch ohne Eintritt?
Ja, von den Straßen und Dächern östlich der Umzäunung und aus dem Museum heraus. Beides zeigt allerdings ein anderes Bild als das Gelände selbst.
Wie kommt man zu den Standpunkten auf dem Gelände?
Mit dem elektrischen Shuttle, der im Eintritt enthalten ist, oder zu Fuß. Vom Haupteingang bis zum Panoramapunkt ist es eine gute halbe Stunde Fußweg über offenen Sand.
Lohnt sich der Blick aus dem Museum, wenn man ohnehin auf dem Gelände war?
Er ersetzt ihn nicht, er ergänzt ihn. Aus der Ferne sieht man die Anordnung der drei Bauwerke zueinander, die aus der Nähe nicht zu erkennen ist.
