Gizeh Monat für Monat wird üblicherweise als Temperaturliste dargestellt. Das ist wenig hilfreich, weil eine Zahl von fünfunddreißig Grad nichts darüber sagt, was Sie an diesem Tag tatsächlich tun können.
Nützlicher ist eine andere Größe, und sie steht in keiner Klimatabelle: Wie viel der Öffnungszeit bleibt in diesem Monat brauchbar? Das Gelände ist nach amtlicher Angabe acht Stunden am Tag zugänglich. Im Dezember können Sie diese acht Stunden vollständig nutzen. Im Juli sind es realistisch die ersten zwei bis drei, danach steht die Sonne auf einer schattenlosen Fläche und die Aufenthaltsdauer wird zur Gesundheitsfrage.
Aus derselben Öffnungszeit werden also je nach Monat acht oder drei nutzbare Stunden, und das ist der Unterschied, an dem eine Reiseplanung hängt. Ob Sie einen Innenraum, ein Gräberfeld und den Taltempel unterbringen oder nur die Runde um die drei großen Bauwerke, entscheidet dieser Wert und nicht der Monatsmittelwert.
Diese Seite rechnet den Jahresverlauf deshalb in nutzbare Stunden um, nennt für jeden Monat die eine Eigenheit, die man kennen sollte, und sagt zum Schluss, welcher Monat zu welcher Art von Besuch passt. Die Klimazahlen selbst und die Frage nach der besten Reisezeit stehen auf eigenen Seiten.
Zwölf Monate, umgerechnet auf nutzbare Zeit
Die Temperaturspalte gibt das mittlere Tagesmaximum nach den amtlichen Klimamitteln. Die Spalte daneben ist die Umrechnung dieser Seite: das Fenster, in dem sich ein Aufenthalt auf offener Fläche gut durchhalten lässt.
| Monat | Mittleres Maximum | Nutzbares Fenster | Die Eigenheit des Monats |
|---|---|---|---|
| Januar | 19 °C | die volle Öffnungszeit | Frühmorgens kühl genug für eine Jacke, tagsüber ideal |
| Februar | 20 °C | die volle Öffnungszeit | Der stärkste Reisemonat des Landes, entsprechend voll |
| März | 23 °C | die volle Öffnungszeit | Beginn der Chamsin-Zeit, Fernsicht kann kippen |
| April | 28 °C | bis in den frühen Nachmittag | Der Körper ist noch nicht an Hitze gewöhnt, Ausreißer über 40 Grad kommen vor |
| Mai | 32 °C | bis Mittag | Letzter Monat des Chamsin, dazu deutlich steigende Werte |
| Juni | 35 °C | die ersten zwei bis drei Stunden | Längster Tag, aber die Öffnungszeit liegt trotzdem in der Hitze |
| Juli | 35 °C | die ersten zwei bis drei Stunden | Höchststand, dafür niedrige Preise und wenig Andrang |
| August | 35 °C | die ersten zwei bis drei Stunden | Die Nächte kühlen kaum ab, der Morgen startet wärmer |
| September | 33 °C | bis Mittag | Fühlt sich milder an als August, ist es aber kaum |
| Oktober | 30 °C | bis in den frühen Nachmittag | Der Umschwung, oft innerhalb weniger Wochen |
| November | 25 °C | die volle Öffnungszeit | Statistisch der freundlichste Monat des Jahres |
| Dezember | 20 °C | die volle Öffnungszeit | Kürzester Tag, aber die Sonne steht flach und das Licht ist gut |
- Mittleres Maximum
- 19 °C
- Nutzbares Fenster
- die volle Öffnungszeit
- Die Eigenheit des Monats
- Frühmorgens kühl genug für eine Jacke, tagsüber ideal
- Mittleres Maximum
- 20 °C
- Nutzbares Fenster
- die volle Öffnungszeit
- Die Eigenheit des Monats
- Der stärkste Reisemonat des Landes, entsprechend voll
- Mittleres Maximum
- 23 °C
- Nutzbares Fenster
- die volle Öffnungszeit
- Die Eigenheit des Monats
- Beginn der Chamsin-Zeit, Fernsicht kann kippen
- Mittleres Maximum
- 28 °C
- Nutzbares Fenster
- bis in den frühen Nachmittag
- Die Eigenheit des Monats
- Der Körper ist noch nicht an Hitze gewöhnt, Ausreißer über 40 Grad kommen vor
- Mittleres Maximum
- 32 °C
- Nutzbares Fenster
- bis Mittag
- Die Eigenheit des Monats
- Letzter Monat des Chamsin, dazu deutlich steigende Werte
- Mittleres Maximum
- 35 °C
- Nutzbares Fenster
- die ersten zwei bis drei Stunden
- Die Eigenheit des Monats
- Längster Tag, aber die Öffnungszeit liegt trotzdem in der Hitze
- Mittleres Maximum
- 35 °C
- Nutzbares Fenster
- die ersten zwei bis drei Stunden
- Die Eigenheit des Monats
- Höchststand, dafür niedrige Preise und wenig Andrang
- Mittleres Maximum
- 35 °C
- Nutzbares Fenster
- die ersten zwei bis drei Stunden
- Die Eigenheit des Monats
- Die Nächte kühlen kaum ab, der Morgen startet wärmer
- Mittleres Maximum
- 33 °C
- Nutzbares Fenster
- bis Mittag
- Die Eigenheit des Monats
- Fühlt sich milder an als August, ist es aber kaum
- Mittleres Maximum
- 30 °C
- Nutzbares Fenster
- bis in den frühen Nachmittag
- Die Eigenheit des Monats
- Der Umschwung, oft innerhalb weniger Wochen
- Mittleres Maximum
- 25 °C
- Nutzbares Fenster
- die volle Öffnungszeit
- Die Eigenheit des Monats
- Statistisch der freundlichste Monat des Jahres
- Mittleres Maximum
- 20 °C
- Nutzbares Fenster
- die volle Öffnungszeit
- Die Eigenheit des Monats
- Kürzester Tag, aber die Sonne steht flach und das Licht ist gut
Die Temperaturwerte sind langjährige Mittel und keine Vorhersage; grob die Hälfte der Tage liegt darüber. Die Spalte zum nutzbaren Fenster ist eine Planungsgröße dieser Seite, keine Messung.
Woher die dritte Spalte stammt
Zur dritten Spalte gehört offengelegt, wie sie zustande kommt, denn sie ist die einzige Zahl auf dieser Seite, die nicht aus einer Quelle stammt. Grundlage sind die langjährigen Klimamittel und drei Umstände des Ortes: Das Tagesmaximum wird am frühen Nachmittag erreicht, der Vormittag liegt deutlich darunter, und auf dem Plateau gibt es zwischen den Bauwerken keinen Schatten, sodass heller Kalkstein und Sand die Wärme zusätzlich zurückwerfen. Als brauchbar gilt hier die Zeit, in der sich ein mehrstündiger Aufenthalt im Freien ohne Rückzugsmöglichkeit gut durchhalten lässt. Das ist eine Planungsgröße und keine Messung, und wer Hitze gut verträgt, verschiebt sie nach hinten.
Ein Punkt in dieser Tabelle verdient eine Erklärung, weil er der Anschauung widerspricht: Der längste Tag des Jahres nützt Ihnen hier gar nichts.
Im Juni geht die Sonne kurz vor sechs auf und kurz vor acht am Abend unter, das sind über vierzehn Stunden Tageslicht. Das Gelände öffnet aber erst um acht und schließt am späten Nachmittag. Die zusätzlichen Sommerstunden liegen also vollständig außerhalb der Besuchszeit, und zwar genau an den beiden Enden des Tages, die angenehm wären.
Im Dezember ist es umgekehrt. Der Tag ist kurz, die Sonne geht gegen sieben auf und kurz vor fünf unter, aber diese Stunden decken sich fast vollständig mit der Öffnungszeit. Sie verlieren im Winter also kaum Tageslicht an geschlossene Tore, im Sommer verlieren Sie einen großen Teil.
Daraus folgt eine unbequeme Einsicht für alle, die den frühen Morgen oder das Abendlicht suchen: Beides bekommen Sie hier nie, unabhängig vom Monat. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang liegen ganzjährig außerhalb der Besuchszeit. Was der Winter bietet, ist immerhin flaches Licht innerhalb der Öffnungszeit, weil die Sonne auch mittags nicht sehr hoch steigt.





Halbtagestour am Vormittag, mit Abholung
- Rund vier Stunden am Vormittag, also genau das Fenster, das in den heißen Monaten nutzbar ist
- Abholung an der Unterkunft und Eintritt auf das Gelände sind enthalten
- Deutschsprachige Führung möglich, Innenbesichtigung als Zubuchung
- Nach Anbieterangabe bis 24 Stunden vorher kostenfrei stornierbar, was bei Wetterlagen im Frühjahr nützlich ist

Drei Monate mit einer Eigenheit
Jeder Monat hat außerdem eine Eigenheit, die aus dem Mittelwert nicht hervorgeht, und drei davon sind planungsrelevant genug für eigene Absätze.
Die erste betrifft das Frühjahr. Zwischen März und Mai weht der Chamsin, ein trockenheißer Wüstenwind mit Staub und Sand. Bei einer solchen Lage bricht die Fernsicht zusammen, Aufnahmen werden flau und gelbstichig, und feiner Sand geht überall hin. Der Monatsmittelwert für April sieht harmlos aus; ein Chamsin-Tag im April ist es nicht.
Die zweite betrifft den Hochsommer, und sie ist gute Nachricht. Juni bis September sind Nebensaison, aber nicht wegen fehlender Attraktivität, sondern wegen der Hitze. Der Betrieb läuft unverändert, die Preise liegen deutlich niedriger, und mit einem Vormittagsplan von acht bis elf ist der Besuch vollständig machbar. Wer die Hitze organisieren kann, bekommt in diesen Monaten das beste Preis-Andrang-Verhältnis des Jahres.
Die dritte betrifft den Februar. Er gilt als stärkster Reisemonat des Landes, was bedeutet: gutes Wetter, hohe Preise, volle Wege. Ausgerechnet der Monat, den die meisten Ratgeber empfehlen, ist der mit dem größten Andrang.
Und ein Hinweis, der jedes Jahr anders liegt: Der islamische Kalender verschiebt sich gegenüber unserem um rund elf Tage nach vorn, weshalb Ramadan und die Eid-Feiertage jedes Jahr in andere Monate fallen. Sie verändern Andrang und Öffnungszeiten erheblich und stehen deshalb auf einer eigenen Seite.
Welcher Monat zu welchem Besuch passt
Bleibt die Frage, welcher Monat zu welchem Besuch passt, denn das hängt weniger vom Wetter ab als von dem, was Sie vorhaben.
Wer ein volles Programm plant, also Innenraum, Gräberfeld, Taltempel und dazu vielleicht die Felder im Süden, braucht die volle Öffnungszeit. Das sind November bis März, mit November und Dezember an der Spitze, weil dort gutes Wetter und moderater Andrang zusammenfallen.
Wer fotografieren möchte, ist im Winter besser dran, und zwar aus einem Grund, der selten genannt wird: Die Sonne steht dann auch mittags flach genug, dass die Steinlagen Struktur zeigen. Im Sommer steht sie hoch, das Licht wird hart und die Flächen werden flach.
Wer wenig ausgeben möchte, nimmt den Hochsommer und plant den Tag um. Acht bis elf am Gelände, danach ein klimatisiertes Programm, und ab dem späten Nachmittag wieder draußen. Das ist kein Notbehelf, sondern in dieser Region die übliche Tagesstruktur.
Wer mit Kindern oder mit jemandem reist, der Hitze schlecht verträgt, sollte die Tabelle strenger lesen, als sie geschrieben ist. Für diese Gruppen verkürzt sich das nutzbare Fenster in jedem Monat um etwa eine Stunde, und in den vier heißen Monaten bleibt dann so wenig übrig, dass die Frage nicht mehr lautet, wie man den Tag plant, sondern ob man den Besuch verschiebt. In den Wintermonaten fällt dieser Abschlag dagegen kaum ins Gewicht, und genau das macht November bis Februar für Familien zur eigentlichen Reisezeit.
Und wer nur ein einziges festes Ziel hat, etwa den Innenraum der größten Pyramide, kann jeden Monat nehmen. Diese Erfahrung findet drinnen statt, dauert unter einer Stunde und ist von der Jahreszeit fast unabhängig. Warm ist es dort ohnehin, im Januar wie im Juli.
Was in den heißen Monaten mitkommt
In den Monaten mit dem kurzen Fenster entscheidet die Ausrüstung darüber, ob aus drei Stunden vier werden: Sonnenschutz mit hohem Faktor, ein Hut mit breiter Krempe und Elektrolyttabletten für die Flasche.
Häufige Fragen
Welcher Monat ist der beste?
November, nach den Klimamitteln. Gutes Wetter, moderater Andrang, und die Öffnungszeit ist voll nutzbar.
Kann man im Hochsommer hinfahren?
Ja, mit einem Vormittagsplan von acht bis elf. Die Preise sind dann deutlich niedriger und es ist leerer.
Warum nützt der lange Sommertag nichts?
Weil die zusätzlichen Stunden vor der Öffnung und nach der Schließung liegen. Das Gelände ist ganzjährig etwa acht Stunden zugänglich.
Wann ist es am vollsten?
Im Februar, dem stärksten Reisemonat des Landes. Gutes Wetter und hoher Andrang fallen dort zusammen.
Was ist der Chamsin?
Ein staubbeladener Wüstenwind, der vor allem zwischen März und Mai auftritt. Er senkt die Sicht und verdirbt Aufnahmen.
Ist der Innenraum jahreszeitabhängig?
Kaum. Dort ist es ganzjährig warm und stickig, unabhängig davon, was draußen herrscht.
