Eine Packliste für den Besuch in Gizeh unterscheidet sich von den meisten anderen durch eine einzige Bedingung: Alles, was Sie mitnehmen, tragen Sie mehrere Stunden bei sich, in der Sonne, über Sand, und Sie können es zwischendurch nirgends ablegen.
Es gibt auf dem Gelände keine Schließfächer. Es gibt auch keinen Weg zurück zum Auto, weil Fahrzeuge nicht auf das Gelände dürfen und Ihr Ticket nur für einen Eintritt gilt. Wer etwas vergisst, verzichtet für diesen Besuch darauf. Wer zu viel mitnimmt, schleppt es den ganzen Vormittag mit.
Die Packfrage ist damit in Wahrheit eine Tragefrage, und daraus folgt die Grundregel: so wenig wie möglich, aber die richtigen Dinge. Ein kleiner Rucksack, den Sie vier Stunden lang vergessen können, ist besser als eine gut sortierte Tasche, die nach einer Stunde schwer wird.
Das klingt nach einer Kleinigkeit, entscheidet aber darüber, wie der Besuch verläuft. Die Wege auf dem Gelände sind lang, sie führen über Sand und Geröll, und Schatten gibt es zwischen den Bauwerken praktisch nicht. Was Sie tragen, tragen Sie in der Sonne bergauf. Eine Tasche, die zu Hause vernünftig wirkt, ist nach der zweiten Pyramide eine Last, und niemand kehrt gern um, weil ihm der eigene Proviant zu schwer geworden ist.
Diese Seite behandelt deshalb drei Dinge: was regelmäßig fehlt, was am Eingang und im Inneren nicht erlaubt ist, und einen verbreiteten Irrtum, der auch in manchen Empfehlungen zu diesem Ort steht.
Die Grundausstattung und die zweite Reihe
Zur Grundausstattung nur so viel, weil sie auf zwei Nachbarseiten ausführlich steht: reichlich Wasser, kleine Scheine, Kopfbedeckung und Sonnenschutz, ein geladenes Telefon und etwas zu essen. Das sind die Dinge, ohne die es unangenehm wird, und sie stehen auf den Seiten zur Versorgung und zum Bezahlen mit ihren jeweiligen Begründungen.
Eine Zahl daraus verdient trotzdem einen eigenen Gedanken, weil sie die ganze Trageentscheidung bestimmt: Wasser ist mit Abstand das Schwerste, was Sie dabeihaben. Drei Liter wiegen drei Kilogramm, und das ist meist mehr als der gesamte übrige Rucksackinhalt zusammen. Genau deshalb nehmen viele zu wenig mit, ohne es bewusst zu entscheiden. Die ehrliche Reihenfolge lautet umgekehrt: erst das Wasser, dann der Rest, und der Rest muss sich nach dem richten, was danach noch bequem zu tragen ist.
Interessanter ist die zweite Reihe, also das, was fast niemand auf dem Zettel hat und was hier spürbar mehr ausmacht als anderswo. Der Grund ist immer derselbe: heller Kalkstein, offener Sand, Wind und kein Schatten.
Sonnenbrille zum Beispiel ist an diesem Ort kein Modeaccessoire, sondern eine Notwendigkeit. Die Blendung durch hellen Stein und Sand ist erheblich, und wer stundenlang zusammenkneift, hat abends Kopfschmerzen. Ähnlich unterschätzt sind Lippenpflege und ein Tuch: Der Wind trägt feinen Sand, und der findet Lippen, Augen und Kameraobjektiv zuverlässig.
Und dann gibt es die Dinge, die man erst hinterher vermisst. Feuchttücher, weil man ständig Stein anfasst und sich nirgends bequem die Hände waschen kann. Eine leere Tüte für sandige Schuhe oder nasse Sachen. Und ein zweites Haargummi oder eine Kappe mit Kinnband, wenn es windig ist, was am Plateau häufiger der Fall ist, als der Wetterbericht vermuten lässt.
Das Hotelzimmer als Schließfach. Weil es auf dem Gelände keine Aufbewahrung gibt, ersetzt die Nähe zur Unterkunft das fehlende Schließfach. Drei Häuser, die das abdecken:
Am SphinxGiza Pyramids View Inn
- Gutes Frühstück
- Flughafenshuttle
- Zwei Restaurants
- 24-Stunden-Rezeption
- Kostenloses WLAN
Wer den Sphinx aus dem Frühstücksstuhl sehen will
MeistbewertetGreat Pyramid Inn
- Fabelhaftes Frühstück
- Dachterrassen-Restaurant
- Bar
- Flughafenshuttle
- 24-Stunden-Rezeption
Die meisten, die im Viertel übernachten wollen
Garten & PoolMarriott Mena House
- Hervorragendes Frühstück
- Außenpool
- Spa und Wellnesscenter
- Drei Restaurants
- Fitnesscenter
Wer Platz, Garten und Pool statt Dachterrasse sucht
Die zweite Reihe, die kaum jemand einpackt
- Sonnenbrille, wegen der Blendung durch Stein und Sand
- Lippenpflege mit Lichtschutz
- Ein dünnes Tuch gegen Wind und Flugsand
- Feuchttücher oder ein kleines Desinfektionsmittel
- Eine leere Tüte für sandige Schuhe
- Kopfbedeckung, die bei Wind hält
- Ein kleiner Vorrat an Kleingeld, getrennt vom übrigen Geld

Was Sie besser gar nicht einpacken
Damit zur anderen Hälfte: Was Sie besser gar nicht erst einpacken.
An erster Stelle steht die Drohne. Drohnen sind in Ägypten seit 2015 verboten, und die Einfuhr ohne Genehmigung führt regelmäßig zur Beschlagnahme am Flughafen. Das ist keine Grauzone und keine Frage der Diskretion; Forschungsteams arbeiten an diesem Ort deshalb mit Drachen und Kamerastangen statt mit Fluggeräten.
An zweiter Stelle steht professionelle Fotoausrüstung. Fotografieren zum privaten Gebrauch ist nach amtlicher Regelung kostenfrei, auch mit größeren Kameras. Genehmigungspflichtig sind dort ausdrücklich Fotoschirme, künstliches Außenlicht und Ausrüstung, die Wege blockiert. Ein Stativ wird in der Regelung nicht genannt, in der Praxis aber häufig beanstandet, und ein aufgebautes Stativ fällt schnell unter den blockierten Weg. Im Rucksack ist es deshalb kein Zubehör, sondern ein Gespräch am Eingang.
An dritter Stelle stehen große Taschen. Am Eingang wird kontrolliert, und für die Innenräume der Pyramiden gelten zusätzliche Beschränkungen. Wer den Innenraum besuchen möchte, sollte deshalb mit einem kleinen Rucksack kommen und nicht mit einer Umhängetasche, die er unten deponieren müsste.
Und schließlich Wertsachen. Nicht, weil das Gelände gefährlich wäre, sondern weil es keinen Ort gibt, an dem Sie etwas ablegen könnten, und weil Sie in Sand, Enge und Gedränge mehr verlieren als in einem Museum.
Ein praktischer Zusatz dazu: Was Sie mitnehmen, sollte in den Rucksack passen und nicht in die Hand. Der Aufstieg im Inneren führt über einen schmalen, ansteigenden Gang, in dem man sich bückt und die Hände braucht. Wer dort eine Wasserflasche, eine Kamera und ein Telefon gleichzeitig in den Händen hält, legt irgendwo etwas ab. Auch draußen gilt das Prinzip: Was offen in einer Seitentasche steckt, verliert man im Sand, und wiederfinden lässt es sich dort nicht.
Die lange Lage für den Innenraum
Bleibt ein Punkt, bei dem viele Empfehlungen falsch liegen, und zwar hartnäckig: die lange Lage für den Innenraum.
Der Rat lautet üblicherweise, man solle etwas Langärmeliges einpacken, weil es im Inneren der Pyramide kühl sei. Das stimmt nicht. Der Innenraum der größten Pyramide ist warm, stickig und feucht, weil viele Menschen in einem engen, kaum belüfteten Steinraum atmen. Genau diese Feuchtigkeit war in den 1990er Jahren der Grund, die Innenräume für Instandsetzungen zu schließen. Wer dort eine zusätzliche Schicht trägt, schwitzt mehr, nicht weniger.
Eine dünne lange Lage gehört trotzdem in den Rucksack, aber aus einem anderen Grund: den frühen Morgen. Zwischen Sonnenaufgang und dem späten Vormittag liegt am Plateau ein erheblicher Temperatursprung, und in der ersten Stunde, die zugleich die beste ist, kann es empfindlich kühl sein. Mittags brauchen Sie die Lage nicht mehr, dann ist sie das Ding, das im Rucksack liegt.
Das ist ein kleiner Unterschied und ein gutes Beispiel für einen größeren Punkt: Empfehlungen zu diesem Ort werden seit Jahrzehnten voneinander abgeschrieben, und manche stimmen nur deshalb noch, weil niemand sie nachprüft. Was drinnen wirklich los ist, steht auf der Seite zum Inneren.
Damit steht die Liste, und sie ist kürzer, als man erwarten würde. Wasser, Kleingeld, Sonnenschutz, ein geladenes Telefon, die kleinen Dinge aus der zweiten Reihe und eine dünne Lage für den Morgen. Was darüber hinausgeht, sollte sich die Frage gefallen lassen, ob Sie es wirklich vier Stunden lang durch die Sonne tragen wollen. Bei fast allem lautet die Antwort nein, und genau das ist die eigentliche Packliste.
Kleinigkeiten, die man vorher besorgt
Sonnenschutz mit hohem Faktor, ein Hut mit breiter Krempe, eine Flasche ab einem Liter, Elektrolyttabletten, geschlossene bequeme Schuhe und eine Powerbank: alles Dinge, die vor Ort schwerer oder teurer zu bekommen sind als zu Hause.
Häufige Fragen
Gibt es Schließfächer auf dem Gelände?
Nein. Alles, was Sie mitnehmen, tragen Sie den ganzen Besuch bei sich, und zum Auto zurückzugehen ist nicht möglich.
Wie viel Wasser brauche ich?
Mehr, als die meisten einplanen, und außerhalb gekauft. Die Einzelheiten stehen auf der Seite zur Versorgung.
Darf ich eine Drohne mitbringen?
Nein. Drohnen sind in Ägypten seit 2015 verboten, und die Einfuhr ohne Genehmigung führt regelmäßig zur Beschlagnahme.
Brauche ich für meine Kamera eine Genehmigung?
Für private Aufnahmen nicht, auch mit größeren Kameras. Für Schirme und zusätzliches Licht schon; ein Stativ nennt die Regelung nicht, es wird aber häufig beanstandet.
Ist es im Inneren der Pyramide kühl?
Nein, im Gegenteil: warm, stickig und feucht. Eine zusätzliche Lage brauchen Sie dort nicht, wohl aber am frühen Morgen draußen.
Wie groß darf mein Rucksack sein?
Für das Gelände ist ein normaler Tagesrucksack unproblematisch. Für die Innenräume gelten zusätzliche Beschränkungen, die vor Ort zu erfragen sind.

