Bilder aus dem Inneren der Cheops-Pyramide

Kahler Granit, wenig Licht, kein Stativ. Warum Aufnahmen aus dem Inneren der Pyramide fast immer misslingen und wo es bessere Bilder gibt als die eigenen.

Die Innenräume im Bild

Der Eingang der Cheops-Pyramide mit wartenden Führern, um 1890
Um 1890: Der Eingang mit dem Räubertunnel, vor dem die Führer warten.
1933: Der Eingangsbereich auf einem Glasdia von Leo Wehrli.
Der heutige Zugang: Besucher auf den unteren Steinlagen vor dem Eingang.
Das Original-Eingangsportal mit den Entlastungsgiebeln, oberhalb des heute benutzten Tunnels.
Die Nordseite mit dem ursprünglichen Eingang und dem tiefer gelegenen Räubertunnel, durch den man heute hineingeht.
Der Räubertunnel: niedrig, eng, und der Beginn jedes Besuchs.
Der aufsteigende Gang: rund 1,2 Meter hoch, 26 Grad steil, mit Holzstufen und Handläufen.
Abstieg auf den Holzstufen im Inneren der Cheops-Pyramide, 2009
Der Abstieg auf den Holzstufen, aufgenommen beim Besuch des US-Präsidenten 2009.
Die Große Galerie in einer frühen Dokumentationsaufnahme, 1908
1908: Die Große Galerie in einer frühen Dokumentationsaufnahme aus dem Buch Egypt and its monuments.
Längsschnitt der Großen Galerie, Zeichnung von 1912
1912: Längsschnitt der Großen Galerie aus einer Zeitschrift; die Zeichnung zeigt die Kragstufen, die auf Fotos im Dunkeln verschwinden.
Die Große Galerie nach oben: 47 Meter lang, 8,6 Meter hoch, mit den stufig vorkragenden Wänden.
Die Große Galerie mit der heutigen Beleuchtung und dem Mittelsteg.
Die Große Galerie im Jahr 2002
Aufgenommen 2002: dieselbe Galerie, andere Beleuchtung.
Ein Mensch als Maßstab: Ohne ihn wirkt die Galerie auf Fotos klein.
Der obere Teil der Großen Galerie vor dem Zugang zur Königskammer.
Die Königskammer: Granit, rund 10,5 mal 5,2 Meter, der Sarkophag ohne Deckel.
In der Königskammer; die Decke besteht aus neun Granitbalken.
In der Königskammer: ein Besucher vor dem Sarkophag.
Der Sarkophag auf einem Glasdia von vor 1923
Vor 1923: Der Sarkophag auf einem Glasdia, die Wände voller Besucherinschriften.
Der Architekt Jean-Pierre Houdin in einer der Entlastungskammern über der Königskammer, die Besuchern verschlossen sind.

Wer nach Aufnahmen von drinnen sucht, findet erstaunlich wenige gute, und dafür gibt es drei Gründe, die alle mit dem Ort zu tun haben.

Erstens ist es dunkel. Die Innenräume sind elektrisch beleuchtet, aber funktional und schwach. Zweitens sind die Räume eng und hoch, also genau die Geometrie, mit der Weitwinkelobjektive schlecht zurechtkommen. Drittens ist ein Stativ nicht erlaubt, und ohne Stativ gibt es bei diesem Licht keine ruhigen Aufnahmen.

Dazu kommt das Motiv selbst. Eine Innenansicht der Pyramiden von Gizeh zeigt kahlen Stein. Keine Farben, keine Reliefs, keine Objekte. Was den Raum ausmacht, ist seine Größe und die Erfahrung, darin zu stehen, und beides überträgt sich schlecht auf ein Bild.

Diese Seite zeigt, welche Ansichten es gibt, was Sie selbst realistisch mitnehmen können und wo die besseren Bilder liegen.

Welche Kameras erlaubt sind

Die Regeln für Kameras sind der zweite Punkt, an dem Erwartungen scheitern, und sie ändern sich.

Für das Gelände selbst hat die Regierung das Fotografieren mit Handkameras und Telefonen ausdrücklich freigegeben, ohne gesonderte Gebühr. An diese Freigabe sind Bedingungen geknüpft: keine professionellen Aufheller, keine künstliche Beleuchtung im Freien, nichts, was Wege blockiert.

Im Inneren gilt eine engere Praxis, und sie wird vor Ort durchgesetzt statt zentral veröffentlicht. Berichtet wird übereinstimmend, dass Aufnahmen mit dem Telefon geduldet werden, größere Kameras dagegen nicht mit hineingenommen werden dürfen, Stative untersagt sind und Videoaufnahmen unterbunden werden. Verlassen Sie sich nicht auf ältere Angaben im Netz und nicht auf diese hier: Fragen Sie am Eingang.

Der praktische Rat lautet deshalb, das Telefon mitzunehmen und alles andere im Hotel zu lassen. Eine große Kamera, die Sie draußen brauchen, ist drinnen bestenfalls Ballast und schlimmstenfalls ein Grund, umzukehren.

GetYourGuide

Plateau-Eintritt als QR-Code auf dem Handy

Deckt das Gelände ab, ausdrücklich nicht das Innere der Pyramiden. Dafür kommt vor Ort ein eigenes Ticket dazu.

ab 15 €
Ansehen

So bekommen Sie drinnen ein brauchbares Bild

  • Nehmen Sie einen Menschen ins Bild. Ohne Maßstab wirkt jeder dieser Räume klein.
  • Fotografieren Sie die Große Galerie längs, nicht quer. Nur so ist die Höhe zu sehen.
  • Stützen Sie das Telefon an einer Wand oder am Handlauf ab, statt frei zu halten.
  • Verzichten Sie auf den Blitz. Er beleuchtet zwei Meter Wand und schluckt den Rest.
  • Rechnen Sie mit Gegenverkehr. Die ruhigen Sekunden kommen zwischen zwei Gruppen.
  • Machen Sie mehr Aufnahmen als nötig. Bei diesem Licht ist die Ausschussquote hoch.

Die besseren Bilder stammen aus der Dokumentation

Die besseren Bilder stammen ohnehin nicht von Besuchern, sondern aus der Dokumentation, und ein Teil davon ist frei zugänglich.

Grabungsprojekte fotografieren seit über hundert Jahren mit Stativ, kontrolliertem Licht und ohne Zeitdruck. Aus diesen Kampagnen stammen Ansichten aus Winkeln, die heute niemand mehr bekommt: aus gesperrten Bereichen, vor dem Einbau der heutigen Treppen und Geländer, aus der Felsenkammer tief unter dem Bauwerk.

Dazu kommt ein 3D-Modell vom Inneren der Pyramiden, aufgebaut aus Vermessungen und Grabungsdaten. Das digitale Archiv der Universität Harvard stellt solche Modelle bereit und erlaubt Blickwinkel, die es physisch nicht gibt: von außerhalb des Mauerwerks auf das freigestellte Gangsystem, senkrecht durch die Galerie, oder in Räume, die gesperrt sind.

Für das Verständnis des Bauwerks sind diese Darstellungen den eigenen Fotos deutlich überlegen. Was sie nicht liefern, ist die Enge, die Wärme und der Geruch nach Stein. Dafür müssen Sie hin.

Historische Aufnahme des Inneren einer Pyramide mit Vermessungsgerät
Dokumentationsaufnahme: Stativ, Licht, Zeit. Genau das, was Besuchern nicht zur Verfügung steht.

Fotos von drinnen sind Belege, keine Bilder

Ein letzter Punkt zur Erwartung, und er entscheidet, ob Sie mit Ihren Aufnahmen zufrieden sein werden.

Fotos von drinnen funktionieren fast nie als Bild, sondern als Beleg. Sie zeigen niemandem etwas Schönes, sie zeigen, dass Sie dort waren. Das ist völlig in Ordnung, sollte aber klar sein, bevor Sie eine halbe Stunde damit verbringen, im Gedränge nach dem perfekten Winkel zu suchen.

Wer wirklich sehenswerte Bilder mitbringen will, macht sie draußen. Die Kante der Verkleidung, die Fugen am Sockel, das Streiflicht auf den Steinlagen am späten Nachmittag, der Blick vom Aufweg nach oben: Das sind Motive, bei denen Licht, Platz und Zeit auf Ihrer Seite sind.

Und drinnen legen Sie das Telefon nach zwei, drei Aufnahmen weg. Die halbe Stunde im Bauwerk ist kurz, der Raum ist die eigentliche Sache, und er lässt sich nicht mitnehmen.

GetYourGuide

Geführte Tagestour mit Option auf die Innenbesichtigung

★ 4,8(1.682 Bewertungen)
  • Die Innenbesichtigung der Cheops-Pyramide ist als Zubuchung erhältlich
  • Der Guide kennt die aktuell geltenden Kameraregeln am Eingang
  • Plateau-Eintritt, deutschsprachige Führung, Abholung und Mittagessen sind enthalten
  • Kostenlose Stornierung bis 24 Stunden vor Beginn
Stand: August 2026Die Kameraregeln im Inneren wechseln und werden vor Ort durchgesetzt. Vor dem Besuch am Eingang nachfragen.